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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 95. Band, (Jahrgang 1879)

Manethonisches  Geschicht9werk.

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wollen  noch  ein  Wort  Boeckh’s  dahersetzen,  welches  zu  unserer
Rechtfertigung  dienen  soll,  wenn  uns  nicht  immer  gelungen
sein  sollte,  die  Wahrheit  zu  finden,  (p.  394):  ,Die  Natur  ist
frei  von  Irrthum  und  Lüge;  die  Erscheinungen,  welche  sie
offenbart,  sind  immer  wahr:  fehlt  der  Naturforscher,  so  liegt
die  Schuld  an  ihm,  an  seiner  unrichtigen  Beobachtung  oder
an  unrichtigen  Urtheilen  und  Schlüssen.  Weit  schlimmer  steht
es  mit  dem  geschichtlichen  Versuch;  die  Ueberlieferungen,  die
seine  Grundlagen  sind,  hat  Zufall,  Nachlässigkeit,  Lüge  und
Betrug  entstellt,  und  namentlich  ist  mir  niemals  ein  verwirrterer
Gegenstand  der  Betrachtung  als  dieser  Manetho  vorgekommen'.

Einleitung.
Die  Vertreibung  der  Hyksos  bezeichnet  den  Beginn  einer
neuen  glänzenden  Periode  der  ägyptischen  Geschichte;  Hand
in  Hand  mit  dem  gewaltigen  politischen  Aufschwünge  des
ägyptischen  Volkes,  der  in  der  Begründung  eines  eigentlichen
Weltreiches  gipfelt,  geht  ein  neues  Aufblühen  der  Wissenschaften ­
  und  Künste.  Mit  besonderer  Vorliebe  wandte  man
sich  der  Erhaltung  und  Sammlung  der  vorhandenen  schriftlichen ­
  Ueberreste  der  verflossenen  Epoche  zu,  wie  dies  die  in
dieser  Zeit  angefertigten  zahlreichen  Abschriften  von  uralten
Papyrus  hinreichend  beweisen.  In  dieser  Zeit  ist  zugleich,
unserer  jetzigen  Kunde  der  Denkmäler  zufolge,  überhaupt  das
Bestreben  bei  den  ägyptischen  Priestern  erwacht,  die  vergangenen ­
  Perioden  ihrer  Geschichte  zu  durchforschen  und
chronologisch  festzustellen.  Aus  der  Zeit  der  Thutmosiden
und  Ramessiden  stammen  die  Wandgemälde  von  Karnak,
Abydos  und  Saqqarah,  welche  uns  eine  Auswahl  der  Könige
seit  den  frühesten  Zeiten  der  ägyptischen  Geschichte  vorführen ­
  ,  sowie  der  leider  heutzutage  nur  in  Trümmern  vorliegende ­
  Turiner  Papyrus,  der  eine  nach  Gruppen  geordnete
Reihenfolge  der  ägyptischen  Herrscher  bis  auf  Ahmes  I.  mit
ihren  Regierungszahlen  und  ihrer  Lebensdauer  enthielt. 1

1  Das  Original  des  Turiner  Papyrus  rührt  aus  der  Zeit  Ahmes  I.  her,  die
uns  erhaltene  Abschrift  dagegen  wurde,  da  der  Rückentext  hänfig  das
            
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