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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 95. Band, (Jahrgang 1879)

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Krall.

gehen  —  schliesslich,  was  haben  wir  von  den  Dynastien  und
ihrer  Zählung  zu  halten?
Aus  mehreren  Stellen  in  ,Manetho  und  die  Hundssternperiode' ­
  kann  man  entnehmen,  dass  Boeckh  mitten  in  seiner
Arbeit  der  Tragweite  dieser  Fragen,  wenn  auch  leider  nur
vorübergehend,  sich  bewusst  ward.  So  schreibt  er  p.  498:
,nur  wissen  wir  nicht,  ob  die  vorhandenen  Auszüge,  namentlich ­
  des  Africanus  und  Eusebius  aus  der  Urschrift  geflossen,
oder  selber  nur  früheren  Auszügen  entlehnt  sind',  oder  p.  499:
,Josephus  gibt  einige  Auszüge,  und  zwar  etwas  ausführlichere,
die  sich  nur  auf  etliche  Dynastien  beziehen;  wobei  es  sehr
unwesentlich  ist,  dass  er  die  Dynastien  nicht  unterscheidet;
die  beiden  anderen  liefern  ein  ganzes  System  von  Dynastien,
wobei  es  wieder  sehr  gleichgiltig,  ob  Manetho  selbst  oder  ein
anderer  auf  ihn  bauend  die  Abtheilungen  gemacht  habe',  endlich ­
  p.  502:  ,Nach  Ueberlegung  alles  Angeführten  dürfte  sich
kaum  ein  anderer  Ausweg  finden  lassen  als  anzunehmen, ­
  das  Manethonische  Werk,  dem  die  Auszüge  entlehnt
sind,  habe  den  Anfertigern  der  letztem  in  einer  Gestalt  oder
in  Gestalten  Vorgelegen,  vermöge  deren  das  Verschiedenste
daraus  entnommen  werden  konnte'.
Diese  Fragen  weiter  zu  verfolgen  ward  Boeckh  durch  die
Anlage  seiner  gesammten  Untersuchungen  über  Manetho  gehindert. ­
  Auf  Grundlage  der  von  den  erwähnten  Forschern
gemachten  Beobachtungen  wollen  wir  den  Versuch  einer  Lösung ­
  der  aufgeworfenen  Fragen  wagen.  Es  kommen  uns  hiebei
zu  Statten  die  gewaltigen  Fortschritte,  die  die  Erforschung  der
Denkmäler  Aegyptens  und  Assyriens  in  den  letzten  Decennien
  gemacht,  und  die  unsere  Auffassung  nicht  nur  der
orientalischen  sondern  überhaupt  der  ganzen  alten  Geschichte
wesentlich  umgestaltet  hat.  Die  bewunderungswürdige  Geistesthat
  Champollion’s  hat  uns  über  dreissig  Jahrhunderte  menschlicher ­
  Entwickelung  wiedererobert  und  uns  gezeigt,  wie  allmälig
  der  menschliche  Geist  zu  der  Höhe  aufgestiegen  ist,
auf  der  er  früher  unvermittelt  im  hellenischen  Alterthume  dem
staunenden  Beobachter  entgegentrat.
Wir  haben  früher  einige  Stellen  aus  dem  Manetho  von
Boeckh  angeführt,  um  die  Berechtigung  der  Fragen,  zu  deren
Lösung  wir  einige  Bausteine  zu  liefern  hoffen,  darzuthun,  wir
            
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