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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 95. Band, (Jahrgang 1879)

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Mayr.

bei  den  Kämpfen,  die  theils  wirklich,  theils  angeblich  über
religiöse  Querellen  entbrannt  waren,  nichts  gewonnen  zu  haben.
Ob  man  den  Menschen  die  katholische,  die  lutherische  oder
calvinische  Lehre  aufrede,  galt  ihm  gleich  viel.  Alle  drei  waren
für  ihn  Töchter  der  Theologie,  der  Superstition,  des  Fanatismus.
Wie  absonderlich  musste  doch  dem  Champion  der  Aufklärung
zu  Muthe  werden,  wenn  er  mitten  in  seinem  hellen  Zeitalter
die  öffentliche  Aufmerksamkeit  von  dem  Gezanke  der  Jansenisten
  und  ihrer  Gegner  in  Anspruch  genommen  sah,  einem
Gezanke,  das  nun  schon  über  Ein  Jahrhundert  währte. 1  Zu
seiner  Genugthuung  vermochte  der  Jansenismus  dem  Staate
nicht  mehr  gefährlich  zu  werden;  aber  diese  Secte  beeinträchtigte ­
  das  philosophische  Interesse  und  erschien  als  eine  blosse
Missgeburt  des  theologischen  Geistes.  Man  argumentirte  über
unentseheidbare,  wahnschaffene  Fragen  mit  Stellen  der  Schrift
und  der  Kirchenväter  in  den  Terminis  der  Scholastik.  Voltaire
empfand  es  als  eine  Schande  seines  erleuchteten  Jahrhunderts,
dass  man  über  Chimären  stritt,  wie  z.  B.  welche  Bewandtniss
es  mit  der  ,gratia  sufficiens,  efficax  und  concomitans - '  habe,  ob
Augustin  oder  Pelagius  im  Bechte  sei,  ob  die  Welt  jansenistisch
  oder  molinistisch  denken  solle! 2  Man  wird  den  Wideretre

  fou  a  Her,  on  n’en  est  pas  moins  eitoyen;  et  rien  ne  serait  assurement
  plus  sage  que  de  permettre  k  tont  le  monde  d’efcre  fon  k  sa  maniere.
  (A  Marmontel,  2.  Dec.  1767.)
1  Sieele  de  Louis  XIV,  c.  37.  C’est  rendre  Service  au  genre  hurnain  que
donner  ä  ces  dangereuses  fadaises  le  ridicule  qu’elles  meritent  (A  de
Faules,  4.  März  1768)  schreibt  er  über  das  bezügliche  Capitel  der
Geschichte  Ludwig  XIV.  —  Precis  du  Sieele  de  Louis  XV,  c.  36,  38.  —
Histoire  du  parlement  de  Paris,  64—66.  —  Art.  Convulsions.  —  Galimatias
  dramatique  (1757).  —  Balance  egale  (1762).  —  D’un  fait  singulier
  concernant  la  litterature  (1763).  —  Commentaire  sur  l’esprit  de
Iois  (1777).  Avant-propos.  —  Dernieres  remarques  sur  les  pensees  du
Pascal  (1777).  Avertissement.
1  Les  sottises  molinistes  et  jansenistes  vont  toujours  Ieur  train  .  .  II  est
hontenx  pour  l’humanite  que  dans  un  sieele  aussi  eelaire  que  le  notre,
ces  impertinentes  disputes  soient  encore  ä  la  mode;  mais  le  vulgaire  se
ressemble  dans  tous  les  temps.  (A  Caumont,  19.  April  1735.)  —  11  n’y
a  plus  guere  de  querelies  fanatiques  qu’en  France  .  .  Le  prince  n’a  qu’ä
s’en  moquer  et  les  peuples  eu  riront:  mais  les  princes  qui  ont  des  coufesseurs
  sont  rarement  des  rois  philosophes.  (A  Frederic  II,  Nov.  1742.)
            
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