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Mayr.
bei den Kämpfen, die theils wirklich, theils angeblich über
religiöse Querellen entbrannt waren, nichts gewonnen zu haben.
Ob man den Menschen die katholische, die lutherische oder
calvinische Lehre aufrede, galt ihm gleich viel. Alle drei waren
für ihn Töchter der Theologie, der Superstition, des Fanatismus.
Wie absonderlich musste doch dem Champion der Aufklärung
zu Muthe werden, wenn er mitten in seinem hellen Zeitalter
die öffentliche Aufmerksamkeit von dem Gezanke der Jansenisten
und ihrer Gegner in Anspruch genommen sah, einem
Gezanke, das nun schon über Ein Jahrhundert währte. 1 Zu
seiner Genugthuung vermochte der Jansenismus dem Staate
nicht mehr gefährlich zu werden; aber diese Secte beeinträchtigte
das philosophische Interesse und erschien als eine blosse
Missgeburt des theologischen Geistes. Man argumentirte über
unentseheidbare, wahnschaffene Fragen mit Stellen der Schrift
und der Kirchenväter in den Terminis der Scholastik. Voltaire
empfand es als eine Schande seines erleuchteten Jahrhunderts,
dass man über Chimären stritt, wie z. B. welche Bewandtniss
es mit der ,gratia sufficiens, efficax und concomitans - ' habe, ob
Augustin oder Pelagius im Bechte sei, ob die Welt jansenistisch
oder molinistisch denken solle! 2 Man wird den Wideretre
fou a Her, on n’en est pas moins eitoyen; et rien ne serait assurement
plus sage que de permettre k tont le monde d’efcre fon k sa maniere.
(A Marmontel, 2. Dec. 1767.)
1 Sieele de Louis XIV, c. 37. C’est rendre Service au genre hurnain que
donner ä ces dangereuses fadaises le ridicule qu’elles meritent (A de
Faules, 4. März 1768) schreibt er über das bezügliche Capitel der
Geschichte Ludwig XIV. — Precis du Sieele de Louis XV, c. 36, 38. —
Histoire du parlement de Paris, 64—66. — Art. Convulsions. — Galimatias
dramatique (1757). — Balance egale (1762). — D’un fait singulier
concernant la litterature (1763). — Commentaire sur l’esprit de
Iois (1777). Avant-propos. — Dernieres remarques sur les pensees du
Pascal (1777). Avertissement.
1 Les sottises molinistes et jansenistes vont toujours Ieur train . . II est
hontenx pour l’humanite que dans un sieele aussi eelaire que le notre,
ces impertinentes disputes soient encore ä la mode; mais le vulgaire se
ressemble dans tous les temps. (A Caumont, 19. April 1735.) — 11 n’y
a plus guere de querelies fanatiques qu’en France . . Le prince n’a qu’ä
s’en moquer et les peuples eu riront: mais les princes qui ont des coufesseurs
sont rarement des rois philosophes. (A Frederic II, Nov. 1742.)