Voltaire-Studien.
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Korans und die furchtbaren Mittel seiner Verbreitung, wogegen
er ihn wider die unberechtigten Angriffe christlicher Eiferer
in Schutz nimmt. 1 Im Allgemeinen rechnet er auch den Islam,
wie den Judaismus und das Christenthum, zu den Calamitäten
der Menschheit. 2
Ohne uns in die Einzelheiten seiner Darstellung der
Religions- und Kirchengeschichte des Mittelalters einzulassen,
wollen wir nur auf den Refrain lauschen, in welchen er jedes
Capitel derselben ausklingen lässt. An der unsäglichen Barbarei,
Unwissenheit, Verwilderung dieser Jahrhunderte ist vor Allem
die Religion schuld. Sie hat die Menschen nicht besser gemacht,
sondern ihren Leidenschaften noch den Fanatismus,
den Glaubenshass, die Verfolgungswuth hinzugefügt. Träger
dieses Geistes sind die Priester, welche sich auf die thierischen,
fanatisirten Massen stützen und auch deren Führer mit sich
ziehen. Sie ersinnen neue Geissein (Mönchswesen, Inquisition)
für die ohnehin schon hinlänglich geplagte Menschheit, erregen
Kampf und Krieg, ja sie wagen sich an die nothwendig existirende
Staatsgewalt. Solchermaassen basirt das Mittelalter
auf einem Gemisch von Unwissenheit, Betrug, Frechheit, Selbstsucht
der Herrscher, Dummheit und Schwäche der Beherrschten.
Jeder Lichtblitz erstickt in der allgemeinen Finsterniss; nicht
einmal eine ordentliche Häresie kann um sich greifen. 3
1 Les moyens sont affreux; c’est la fourberie et le meurtre . . (Alcoran.)
2 Der Islam hat wohl mit dem Schwerte bekehrt; aber je ne connais pas
une seule guerre civile entre les Turcs pour la religion 4 . (Homelie sur
la Superstition, 1767.) — Essai, 7.
3 C’est ainsi que vous verrez dans ce vaste tableau des demences humaines,
les sentiments des theologiens, les superstitions des peuples, le
fanatisme, varies sans cesse, mais toujours constants plonger la terre
dans rabrutissement et la calamite . . . (Essai, 62.) C’est de ce fanatisme
que sortirent les croisades, qui depeuplerent l’Europe pour aller immoler
en Syrie des Arabes et des Turcs h Jesus-Christ. (Profession de
foi des theistes, c. 4.) — Les Chretiens n’ont cesse de s’egorger en
Afrique et en Asie que quand les musulmans, leurs vainqueurs, les ont
desarmes et ont arrete leurs fureurs. Mais ä, Constantinople et dans le
reste des Etats chretiens, l’ancienne rage prit de nouvelles forces. (De la
paix perpetuelle, 24.)
Les papes ont voulu abrutir l’esprit des hommes. (Art. Lois, S. 3.)
Rome donnait toujours le mouvement ä toutes les affaires de l’Europe.