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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 94. Band, (Jahrgang 1879)

Kant  und  der  Spiritismus.

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unter  den  überhaupt  existirenden  Welten  die  nicht-räumliche
Welt  (falls  eine  solche  existirt)  einen  höheren  Rang  als  alle
räumlichen  Welten  (deren  Raum  mag  nun  drei  oder  n  Abmessungen ­
  zählen)  beanspruchen  darf.
Auf  eine  solche  deutet  Kant  in  dem  ,Beschluss*  seiner
Naturgeschichte  des  Himmels.  Nachdem  er  das  G-eständniss
abgelegt  hat,  dass  es  uns  nicht  einmal  bekannt  sei,  was  der
Mensch  wirklich  ist,  ob  uns  gleich  das  Bewusstsein  und  die
Sinne  hievon  belehren  sollten,  und  dass  wir  daher  noch  viel
weniger  werden  errathen  können,  was  wir  werden  sollen,  wirft
er  die  Frage  auf:  ob  die  ,unsterbliche*  Seele  wohl  in  der
ganzen  Unendlichkeit  ihrer  künftigen  Dauer,  die  das  Grab
selber  nicht  unterbricht,  sondern  nur  verändert,  an  diesen  Punkt
des  Weltraumes,  an  unsere  Erde  geheftet  bleiben  solle?  Wenn
nicht,  so  stehen  ihr  mehrerlei  Auswege  offen.  Sie-  kann  ihren
Wohnsitz  entweder  innerhalb  dieses  Weltalls  auf  einem  andern
Weltkörper  desselben  nehmen:  ,vielleicht  laufen  die  Trabanten
um  den  Jupiter,  um  uns  dereinst  zu  leuchten*.  Oder  sie  kann
,mit  einem  schnellen  Schwünge  sich  über  Alles,  was  endlich
ist,  emporschwingen*  und  so  nicht  nur  diese,  sondern  jede
räumliche  Welt  (gleichviel  wie  viel  Dimensionen  ihr  Raum  habe)
überhaupt  verlassen.
Kant  lässt  keinen  Zweifel  darüber,  welche  Aussicht  ihm
für  die  ,Hoffnung  des  Künftigen*  günstiger  erscheine.  Die  Idee
der  Verpflanzung  des  ,unsterblichen  Geistes*  nach  dem  Tode
auf  eine  andere  ,Kugel  des  Weltgebäudes*  erscheint  ihm  als
,unsicheres*  Bild  der  Einbildungskraft,  mit  dem  man  sich  erlaubter-, ­
  ja  verständigerweise  beschäftigen,  aber  auf  welches
Niemand  seine  ,Hoffnung*  gründen  darf.  Die  Versetzung  von
der  Erde  auf  ein  anderes  Gestirn  führt  zwar  von  einem  zu
einem  anderen  Punkte  derselben,  so  wie  der  Uebergang  in  eine
mehrdimensionale  Welt  aus  einer  in  eine  andere  Endlichkeit,
aber  jene  nicht  über  diese,  dieser  nicht  über  alle  Endlichkeit
hinaus.  Der  von  der  Erde  abgeschiedene  Geist  würde  auf
einem  anderen  Planeten  zwar  eine  andere,  mit  seiner  irdischen
verglichen  vollkommenei’e,  aber  erst,  wenn  er  über  Alles  ,was
endlich  ist*,  sich  emporgeschwungen  hat,  wird  er  eine  ,erhöhete*
Natur  besitzen  und  in  einem  ,neuen  Verhältniss*  gegen  die
ganze  (endliche)  Natur  (aus  welcher  er  nunmehr  herausgetreten
            
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