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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 94. Band, (Jahrgang 1879)

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Zira  mermann.

Gott  an  dessen  Stelle  ein  anderes,  etwa  statt  ,der  doppelten
umgekehrten  Verhältniss  der  Weite  ihrer  Wirkungen'  zum
Exempel  ,das  der  umgekehrten  dreifachen  Verhältniss'  hätte
wählen  können.  Da  nun  dergleichen  Räume  zu  ,unserer'  Welt
gar  nicht  gehören,  sondern  ,eigene'  Welten  ausmachen  müssen,
und  Gottes  Werke  die  Grösse  und  Mannigfaltigkeit  nicht  hätten,
die  sie  haben  könnten,  wenn  eine  überhaupt  mögliche  Raumesart ­
  unangebracht  und  durch  eine  ihr  eigene  Welt  unausgefüllt
bliebe,  so  ist  es  so  wenig  wahrscheinlich,  dass  unsere  dreidimensionale ­
  Welt  die  einzige  existirende  sei,  dass  sieh  vielmehr ­
  als  wahrscheinlich  annehmen  lässt,  dass  so  vielerlei
Welten  ,in  recht  metaphysischem  Verstände'  existiren,  als  überhaupt ­
  mögliche  verschiedene  Raumesarten  vorhanden  sind.
Von  einander  würden  diese  ,zusammen'  existirenden  Welten
gänzlich  unabhängig,  und  w r enn  sie  Bewohner  hätten,  würden
diese  in  jeder  derselben  so  unfähig  sein,  sich  von  den  Raumverhältnissen ­
  der  anderen  eine  adäquate  Vorstellung  zu  bilden,
als  wir  es  sind,  einen  Raum  von  mehr  als  den  (uns  geläufigen)
,drei  Abmessungen'  vorzustellen.  Dies  dürfte  indess  um  so  weniger
befremden,  als  analoge  Folgerungen  schon  innerhalb  der  Grenzen
einer  Welt  von  derselben  durchgehends  herrschenden  Raumesart ­
  zwischen  Bewohnern  verschiedener  von  einander  entlegener
Partieen  derselben  ein  treten  können.
Letzteren  nicht  bloss  möglichen,  sondern  so  wahrscheinlichen ­
  Fall,  dass  man  ,sich,  kaum  entbrechen'  könne,  ihn  gelten
zu  lassen,  entwickelte  Kaut  in  der  1755  erschienenen  ,Allgemeinen ­
  Naturgeschichte  und  Theorie  des  Himmels'.  Das  ganze
unserer  Betrachtung  zugängliche  Weltall,  das  die  Anhänger  des
Leibnitz’selien  Optimismus  für  das  einzig  existirende  halten,
ist  ein  in  Betreff  seiner  Raumesart  dreidimensionales,  und
bildet  als  solches  eine  eigene  Welt  für  sich,  nebst  welcher,
nach  obiger  Ausführung,  unzählige  andere,  deren  Raumesart
vier,  fünf  und  mehr  Abmessungen  enthält,  nicht  nur  möglicher- ­
  sondern  wahrscheinlicherweise  existiren.  Von  dieser
unserer  Welt  aber  ist  ihrer  Unermesslichkeit  halber  nur  ein
aliquoter  Thoil  unserer  menschlichen  Beobachtung  wirklich!
zugänglich,  während  der  übrige,  von  dem  seiner  Entlegenheit
halber  keine  Kunde  an  unsere  Sinne  gelangt,  nichtsdestoweniger ­
  existirt.  Das  dreidimensionale  Weltall  zerfällt  daher
            
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