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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 94. Band, (Jahrgang 1879)

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Kalte  n  brnnner,

Im  ersten  führe  ich  den  Bestand  der  von  mir  durchsuchten
Sammlungen  an;  im  zweiten  die  bisher  unbekannten  Urkunden
in  Regesten,  welche  ich  so  eingerichtet  habe,  dass  sie  Jaffe’s
Regesta  P.  R.  eingereiht  worden  können.
Ich  habe  den  ersten  Theil  möglichst  kurz  gehalten  und
ich  muss  mich  nur  rechtfertigen  über  die  Route,  welche  ich
bei  meiner  Reise  eingeschlagen  habe,  denn  auch  ein  wenig  in
dieser  Beziehung  Bewanderter  wird  da  herauslinden,  dass
manche  reiche  Ausbeute  versprechende  Orte  von  mir  nicht
besucht  wurden,  andere  auch  nicht  in  allen  ihren  Sammlungen
durchforscht  worden  sind.  Was  das  erstere  anbelangt,  dass
Orte  wie  Ravenna,  Monte  Casino  und  Lucca  fehlen,  dafür
muss  ich  mit  dem  römischen  Fieber  rechten,  das  mich  zum
Rückzuge  aus  Italien  zwang.  In  Bezug  auf  das  Fehlen  einzelner ­
  Sammlungen  aber  haben  verschiedene  Umstände  dasselbe ­
  verursacht,  so  der  allgewaltige  Factor  Zeit  bei  der
Biblioteca  Ambrosiana  zu  Mailand,  der  Universitätsbibliothek
zu  Turin,  der  Biblioteca  Nazionale  und  dem  Capitelarchiv  zu
Florenz,  oder  die  Abwesenheit  des  Archivars  in  den  Capitelarchiven
  von  Vercelli  und  Modena,  oder  auch  der  Widerstand,
welcher  der  Benützung  der  Sammlungen  entgegengesetzt  wurde,
so  im  Erzbischöflichen  und  Capitelarchiv  von  Mailand  und  im
Capitelarchiv  zu  Padua  —  welcher,  glatt  oder  bornirt  geleistet,
grell  von  der  gewinnenden  Liebenswürdigkeit,  die  mir  sonst
entgegengebracht  wurde,  abstach.
Wer  jemals  auf  Urkundenforschung'nach  Italien  gezogen
ist,  der  wird  mir  beistimmen,  wenn  ich  diesen  Weg  als  einen
mühevollen  bezeichne.  Viele  Archive,  vor  Allem  die  geistlichen,
sind  ungeordnet,  und  dann  gilt  es  aus  der  Gesammtmasse  der
Pergamente  die  betreffenden  Stücke  herauszufinden.  Ich  bin
meines  Wissens  der  erste,  welcher  nach  Pabsturkunden  in  Italien ­
  gesucht  hat.  —  Nirgends  fand  ich  also  Notizen  in  früheren ­
  Reisebeschreibungen  und  nirgends  das  Material  zusammengestellt ­
  ,  wie  es  an  manchen  Orten  für  die  zahlreicheren
Diplomataforscher  geschehen  ist;  selten  war  ich  auch  so  glücklich ­
  wie  in  Bergamo,  dass  ich  von  einem  älteren  Arbeiter
(Lupi)  das  Material  gesondert  in  Fascikel  zusammengetragen
fand.  Aber  auch  in  den  grossen  Staatsarchiven  fordert  das
Suchen  nach  dem  Material  oft  lange  Zeit.  Während  ich  in
            
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