Wrobel. lieber eine neue Hesiodhandschrift.
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Ueber eine neue Hesiodhandschrift.
Von
Dr. Johann Wrobel,
Professor an der k. k. Universität in Czernowitz.
Dem wackeren Vorstand der k. k. Studienbibliothek in
Olmütz, Herrn Dr. Alois Müller, 1 gebührt das Verdienst, die
Aufmerksamkeit des Schreibers dieser Zeilen auf eine den
Philologen noch unbekannte Hesiodhandschrift der obgenannten
Bibliothek gelenkt zu haben. Um den neuen Codex su sehen,
machte Referent auf seiner vorjährigen Studienreise nach Wien
einen Abstecher nach Olmütz, wo er durch das freundliche
Entgegenkommen des gerade anwesenden Scriptors der Studienbibliothek,
Herrn Johann Hausmann, 2 unterstützt in den
Räumen der Bibliothek mit Müsse arbeiten und eine zweimalige
genaue Collation der Handschrift vornehmen konnte.
Da aber selbst bei zweimaliger noch so genauer Vergleichung
immer noch manches übersehen werden kann und eine mehrmalige
Collation zumal einer griechischen Handschrift sicher
nicht schadet, hat Referent den Olmützer Codex auch noch
zum dritten Male in Czernowitz auf das genaueste verglichen,
so dass es möglich wurde ein treues Abbild dieser, wie sich
zeigen wird, in mancher Beziehung interessanten Handschrift
zu liefern.
Ueber die Provenienz dieses Codex Olomucensis (= o>)
lässt sich Sicheres nicht ermitteln, da sich gar kein Anhaltspunkt
dafür in ihm selbst vorfindet und der Handschriftenkatalog
auch nur die kurze Aufzeichnung enthält: ,IJesiodi
opera graece cum Scholiis antiquis graecish Doch dürfte die
Vermuthung nicht ganz unwahrscheinlich sein, dass die Handschrift
von einem Mitgliede der durch Conrad Celtes unter
1 Dermalen Gustos der k. k. Universitätsbibliothek in Graz.
2 Gegenwärtig Vorstand der k. k. Studienbibliothek in Olmütz.