Die Kosmologie und allgemeine Natnrlehre des Roger Baco.
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bei Baco aufs engste damit zusammen, dass sich in seinem
Denken der realistische Kosmismus der aristotelischen Philosophie
in einen physikalischen Realismus umsetzte. Er präludirte
hiemit der im Cartesianismus sich vollziehenden Auseinanderscheidung
der beiden Welten und Erkenntnissgebiete,
des geistigen und des sinnlichen — mit dem Unterschiede
jedoch, dass der Bereich der reinen Intellectualerkenntniss bei
Cartesius nicht, wie bei Baco der jenseitigen Wirklichkeit angehört,
sondern der geistigen lebendigen Selbsterfahrung des
menschlichen Ich im menschlichen Selbstgedanken und im
Aufleuchten der dem menschlichen Geiste angebornen Ideen
sich ersehliesst. Dieses Gebiet der philosophischen Geisterkenntniss
sah sich Baco verschlossen; aber auch der Cartesianismus
vermochte es nicht in der von seinem Urheber
versuchten Weise festzuhalten, sondern näherte sich im 111 uminismus
Malebranche’s einer dem Denken Baco’s jedenfalls
wieder etwas näher verwandten Auffassung des Verhältnisses
des menschlichen Intellectes zur übersinnlichen geistigen Wirklichkeit.
Immerhin aber besteht eine nahe Denkverwandtschaft
zwischen Baco und Cartesius in Bezug auf die geistige Auffassung
der sinnlichen Erfahrungswelt; Baco anticipirte die
cartesische Idee einer mathematisch begründeten Kosmophysik,
und ist von Cartesius principiell eigentlich nur durch sein
Festhalten am geocentrischen Weltsystem geschieden. Dieses
Festhalten war die Ursache jener wunderlichen Gestaltung,
welche der physikalische Realismus Baco’s als astrophysiseher
Determinismus annahm; dieser Determinismus musste hinwegfallen,
sobald die Erde aufhörte als passives Centrum und
Sammelherd aller vom Weltumkrcise ausgehenden Kraftwirkungen
zu gelten. Umgekehrt aber musste die im Cartesianismus
vollzogene Emancipation des Naturgedankens vom scholastischaristotelischen
Formbegriffe, an welchem Baco wenigstens relativ
noch festhielt, dem von Baco angebahnten physikalischen
Realismus zur vollkommenen Ausgeburt verhelfen. In seinen
Anschauungen über die unendliche Theilbarkeit des Stofflichen
berührt sich Baco sichtlich mit Cartesius; 1 seine Annäherung
an einen spiritualisirten Atomismus würde selbst den Gedanken
1 Vgl. Cartesii Principia pliilosophiae P. II, n. 20.