Die Kosmologie und allgemeine Naturlelire des Roger Baeo.
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Geschichte geht ihm so ziemlich in der allgemeinen Weltkunde,
Länder- und Völkerkunde auf; 1 der Lauf und die Gestaltung
der menschlichen Dinge ist ihm, wie wir an einem früheren
Orte sahen, 2 im Ganzen und Grossen durch die Einflüsse
siderischer Causalitäten bedingt und normirt. Einen in Baco’s
Geiste gedachten Ueberblick der Weltgeschichte gibt Pierre
d’Ailly in seiner Concordia astronomicae veritatis et narrationis
historicae. 3 Er gliedert die Weltgeschichte nach Perioden von
je 960 Jahren, nach deren Ablauf sich jedesmal eine Conjunctio
maxima des Saturn und Jupiter vollzieht; 1 jede dieser Perioden
gliedert sich wieder in kleinere Abschnitte, welche durch die
der Conjunctio maxima sich einordnenden Conjunctioues majores,
magnae und minores derselben beiden Planeten bestimmt
werden. D’Ailly zählt drei Conjunctioues maximae vom Anfang
der Welt (A. M. 320, 1280, 2240) bis zur Zeit des Diluviums,
welches er mit den LXX ins 2242. Jahr der Welt setzt. Von
da an gliedert er die Geschichte bis in die Hauptepoche, welcher
sein Jahrhundert angehört, in weitere 960 jährige Perioden,
von welchen drei zusammt einer daran sich schliessenden
Conjunctio major der Zeit bis auf Christus angehören, die
übi'igen in die christliche Weltzeit lallen; das Jahr 1789 p. Chr.,
welches 96 Jahre nach der achten Conjunctio maxima fällt,
erscheint ihm als ein höchst bedeutungsvoller Wendepunkt,
der die Entwickelung der letzten Weltepoche einleiten möchte.
Das Jahr 1789 fällt wie die Geburt Christi an das Ende einer
300jährigen, d. i. durch zehn Umläufe des Saturnus erfüllten
1 Er schliesst seinen Abschnitt über die Länder- und Völkerkunde mit den
Worten an Papst Clemens IV.: Haec igitur est liistoria, quam volui bic
texere seeundum experientiam naturalium et itinerautium de locis et gentibus
totius habitabilis, usquequo Vestra lteverentia requirat principalem
scripturam. Op. maj., p. 177.
2 Psychologie u. s. w. des Roger Baco, S. 551 f.
3 Laut Schlussbemerkung des Verfassers zu Basel abgefasst und beendet
am 10. Mai 1414. Mit zwei anderen Trautaten d’Ailly’s: De concordia
astronomiae cum tlieologia, und Elucidarium horum duorum tractatuum
zusammen gedruckt in der Officin des Erhard Ratdolt zu Augsburg, 141)0.
4 D’Ailly berücksichtiget nebstdem auch alle übrigen Planetenconjunctionen,
durch welche sich ihm mannigfache andere, vielfach in einander verschlungene
kleinere Zeittheilungeu ergeben; vgl. darüber c. 1 der citirten
Schrift, und diese selber im Ganzen.