Die Kosmologie und allgemeine Natnrlelire des Hoger Baco.
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welcher Ansicht auch Averroes beistimme. Aristoteles bemerkt
ferner, 1 dass zwischen der Westküste Spaniens und
zwischen Indien nur ein kleines Meer inzwischen liegen könne,
und Seneca 2 gibt an, dass dasselbe bei günstigem Winde in
wenigen Tagen durchschifft werden könne; Plinius berichtet
über eine Meerfahrt vom arabischen Meerbusen bis Gacles.
Nach Hieronymus 3 ist der arabische Meerbusen vom indischen
Meere so weit entfernt, dass man ein ganzes Jahr vom letzteren
bis zum ersteren zu schiffen hat; erstreckt das rothe Meer sich
in eine solche Länge, so muss umgekehrt das die Westküste
Spaniens bespülende Meer 4 sehr klein sein. Im vierten Buche
Esdrae 5 heisst es, dass nur der siebente Theil der Erde mit
Wasser bedeckt, und alles andere festes Land sei; der Einwendung,
dass dieses Buch apokryph sei, begegnet Baco mit
der Bemerkung, dass es von den alten christlichen Lehrern
hochgehalten worden sei und einzelne Stücke desselben auch
in der kirchlichen Liturgie verwendet würden. Auch werde
seine Auctorität durch physikalisch-astronomische Gründe unterstützt.
Wie in der von uns bewohnten Quarta der nördlichen
Halbkugel nur über den 66. Breitengrad hinaus sich Wasser
befinde, weil wegen der geringen Erwärmung durch die Sonne
daselbst Kälte und Feuchtigkeit vorherrsche, so werde es sich
auch in der entsprechenden Quarta der südlichen Erdhälfte 6
1 Coel. II, p. 298 a, lin. tO ff.
2 Qnaest. Nat. V.
3 Ep. ad Austicum Monachum.
4 Oportet, nos scire, qnod Hispania in hoc loco accipitur non pro citeriori
sed pro ulteriori, de quo auctores loquuntnr, nt. Plinius et Merlinus
... et Orosius ... et Isidorus. Quoniam docet, quod inter Hispaniam
quae nunc vocatur et Africam nunc dictam non fuit aqua decurrens, sed
terra continua ab antiquis temporibus Ulterior Hispania transit
Gaditanum fretum usque in provincias Africae .... Haec recitavi . . .
ne Aristoteles et suus commentator per ignorantiam ulterioris Hispaniae
deriderent-ur, cum dicunt ad probationem parvitatis maris inter Hispaniam
et Tndiam, quod elepliantes sunt tant.um in illis duobus locis (Op. maj.,
p. 137). Vgl. hierüber unsere Abhandlung über die Kosmologie und
Naturlehre des scholastischen Mittelalters, >S. 373.
5 Vgl. über dieses apokryphe Buch: Psychologie u. s. w. des Roger Baco,
S. 507, Anm. 1.
6 Und da um so mehr: Quoniam in illa parte est oppositum augis solis,
et sol descendit ad terram ibi multum .... Et iterum sumitur argu-39*