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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 94. Band, (Jahrgang 1879)

Die  Kosmologie  und  allgemeine  Natnrlelire  des  Hoger  Baco.

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welcher  Ansicht  auch  Averroes  beistimme.  Aristoteles  bemerkt ­
  ferner, 1  dass  zwischen  der  Westküste  Spaniens  und
zwischen  Indien  nur  ein  kleines  Meer  inzwischen  liegen  könne,
und  Seneca 2  gibt  an,  dass  dasselbe  bei  günstigem  Winde  in
wenigen  Tagen  durchschifft  werden  könne;  Plinius  berichtet
über  eine  Meerfahrt  vom  arabischen  Meerbusen  bis  Gacles.
Nach  Hieronymus  3  ist  der  arabische  Meerbusen  vom  indischen
Meere  so  weit  entfernt,  dass  man  ein  ganzes  Jahr  vom  letzteren
bis  zum  ersteren  zu  schiffen  hat;  erstreckt  das  rothe  Meer  sich
in  eine  solche  Länge,  so  muss  umgekehrt  das  die  Westküste
Spaniens  bespülende  Meer  4  sehr  klein  sein.  Im  vierten  Buche
Esdrae 5  heisst  es,  dass  nur  der  siebente  Theil  der  Erde  mit
Wasser  bedeckt,  und  alles  andere  festes  Land  sei;  der  Einwendung, ­
  dass  dieses  Buch  apokryph  sei,  begegnet  Baco  mit
der  Bemerkung,  dass  es  von  den  alten  christlichen  Lehrern
hochgehalten  worden  sei  und  einzelne  Stücke  desselben  auch
in  der  kirchlichen  Liturgie  verwendet  würden.  Auch  werde
seine  Auctorität  durch  physikalisch-astronomische  Gründe  unterstützt. ­
  Wie  in  der  von  uns  bewohnten  Quarta  der  nördlichen
Halbkugel  nur  über  den  66.  Breitengrad  hinaus  sich  Wasser
befinde,  weil  wegen  der  geringen  Erwärmung  durch  die  Sonne
daselbst  Kälte  und  Feuchtigkeit  vorherrsche,  so  werde  es  sich
auch  in  der  entsprechenden  Quarta  der  südlichen  Erdhälfte 6
1  Coel.  II,  p.  298  a,  lin.  tO  ff.
2  Qnaest.  Nat.  V.
3  Ep.  ad  Austicum  Monachum.
4  Oportet,  nos  scire,  qnod  Hispania  in  hoc  loco  accipitur  non  pro  citeriori
sed  pro  ulteriori,  de  quo  auctores  loquuntnr,  nt.  Plinius  et  Merlinus
  ...  et  Orosius  ...  et  Isidorus.  Quoniam  docet,  quod  inter  Hispaniam
quae  nunc  vocatur  et  Africam  nunc  dictam  non  fuit  aqua  decurrens,  sed
terra  continua  ab  antiquis  temporibus  Ulterior  Hispania  transit
Gaditanum  fretum  usque  in  provincias  Africae  ....  Haec  recitavi  .  .  .
ne  Aristoteles  et  suus  commentator  per  ignorantiam  ulterioris  Hispaniae
deriderent-ur,  cum  dicunt  ad  probationem  parvitatis  maris  inter  Hispaniam
et  Tndiam,  quod  elepliantes  sunt  tant.um  in  illis  duobus  locis  (Op.  maj.,
p.  137).  Vgl.  hierüber  unsere  Abhandlung  über  die  Kosmologie  und
Naturlehre  des  scholastischen  Mittelalters,  >S.  373.
5  Vgl.  über  dieses  apokryphe  Buch:  Psychologie  u.  s.  w.  des  Roger  Baco,
S.  507,  Anm.  1.
6  Und  da  um  so  mehr:  Quoniam  in  illa  parte  est  oppositum  augis  solis,
et  sol  descendit  ad  terram  ibi  multum  ....  Et  iterum  sumitur  argu-39*

            
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