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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 94. Band, (Jahrgang 1879)

Die  Kosmologie  und  allgemeine  Naturlehre  des  Koger  Baco.

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der  Species  verbundene  stetig  wachsende  Entfernung  vom
Agens,  und  die  allenthalben  statthabende  Diffusion  unzähliger
accidentaler  Strahlungen  nach  allen  Seiten,  wodurch  natürlich
die  Kraftwirkung  der  Species  in  der  Hauptrichtung  derselben
suecessiv  immer  mehr  an  Intensität  cinhüssen  muss.  Aus  diesem
letzteren  Grunde  erklärt  sich  eigentlich  auch  der  erste  von
Alhazen  angegebene,  der  für  sich  allein  nicht  ausreichen  würde,
weil  die  Beschaffenheit  des  Mediums,  in  welches  die  Species
in  ihrer  fortschreitenden  Vervielfältigung  gelangt,  möglicher
Weise  diese  Vervielfältigung  begünstigen,  ja  sogar  die  Kraftwirkung ­
  der  Species  steigern  kann.  Auch  spricht  die  Erfahrung
nicht  ausnahmslos  dafür,  dass  die  Wirkung  in  der  Ferne
schwächer  ist,  als  in  der  Nähe.  1  Richtig  ist  nur  so  viel,  dass
die  Vervielfältigung  der  Species  in  einem  blossen  Durchgangsmedium ­
  sich  stetig  abschwächen  muss;  dazu  kommt  bei  den
aus  den  himmlischen  Regionen  in  die  sublunarischen  Räume
dringenden  Strahlungen  die  nach  abwärts  zunehmende  Dichtigkeit ­
  des  Durchgangsmediums,  welche  der  Kraftwirkung  der
Species  einen  Widerstand  entgegensetzt.  Vom  allgemeinen
philosophischen  Standpunkte  wäre  gegen  die  Möglichkeit  einer
unendlichen  Vervielfältigung  der  Species  eines  bestimmten
Agens  nichts  einzuwenden; 2  es  wäre  nur,  analog  der  Entscheidung ­
  der  Frage  betreffs  der  unendlichen  Theilbarkeit  des
Körperlichen  zu  erinnern,  dass  die  Vervielfältigung  in  keinem
bestimmten  einzelnen  Momente  eine  actuell  unendliche  sein
könne.  Vom  Standpunkte  der  physikalischen  Weltlehre  ist
jedoch  zu  bemerken,  dass  in  der  gegebenen  Wirklichkeit  der
Stoff  zu  einer  unendlichen  Vervielfältigung  der  Species  eines
bestimmten  Agens  sich  nicht  finde,  und  demzufolge  factisch
jede  Vervielfältigung  eine  begränzte  sei  und  sein  müsse.  Man
könnte  unter  Berufung  auf  Aristoteles  3  die  Frage  aufwerfen,
ob  nicht  die  in  einem  letzten  Theile  des  Patiens  erzeugte
Species  als  Tlieil  der  Gesammtsumme  der  vervielfachten  Species

1  Videmus  virtutem  adamantis  et  magnetis  fortiorem  esse  in  ferro  distanti
quam  in  aere  propinquiori,  et  tarnen  transit  per  aerem  ad  ferrum.  Et
videmus  speciem  vitri  fortiter  colorati,  quando  multum  illuminatur,  apparere
  fortius  in  corpore  mixto,  quam  in  aere  propinquiori.  0.  c.,  p.  322.
2  0.  c.,  p.  323.
3  Vgl.  Aristot.  Physie.  VII,  p.  250  a,  lin.  8  fl'.
            
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