Die Kosmologie und allgemeine Naturlehre des Koger Baco.
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der Species verbundene stetig wachsende Entfernung vom
Agens, und die allenthalben statthabende Diffusion unzähliger
accidentaler Strahlungen nach allen Seiten, wodurch natürlich
die Kraftwirkung der Species in der Hauptrichtung derselben
suecessiv immer mehr an Intensität cinhüssen muss. Aus diesem
letzteren Grunde erklärt sich eigentlich auch der erste von
Alhazen angegebene, der für sich allein nicht ausreichen würde,
weil die Beschaffenheit des Mediums, in welches die Species
in ihrer fortschreitenden Vervielfältigung gelangt, möglicher
Weise diese Vervielfältigung begünstigen, ja sogar die Kraftwirkung
der Species steigern kann. Auch spricht die Erfahrung
nicht ausnahmslos dafür, dass die Wirkung in der Ferne
schwächer ist, als in der Nähe. 1 Richtig ist nur so viel, dass
die Vervielfältigung der Species in einem blossen Durchgangsmedium
sich stetig abschwächen muss; dazu kommt bei den
aus den himmlischen Regionen in die sublunarischen Räume
dringenden Strahlungen die nach abwärts zunehmende Dichtigkeit
des Durchgangsmediums, welche der Kraftwirkung der
Species einen Widerstand entgegensetzt. Vom allgemeinen
philosophischen Standpunkte wäre gegen die Möglichkeit einer
unendlichen Vervielfältigung der Species eines bestimmten
Agens nichts einzuwenden; 2 es wäre nur, analog der Entscheidung
der Frage betreffs der unendlichen Theilbarkeit des
Körperlichen zu erinnern, dass die Vervielfältigung in keinem
bestimmten einzelnen Momente eine actuell unendliche sein
könne. Vom Standpunkte der physikalischen Weltlehre ist
jedoch zu bemerken, dass in der gegebenen Wirklichkeit der
Stoff zu einer unendlichen Vervielfältigung der Species eines
bestimmten Agens sich nicht finde, und demzufolge factisch
jede Vervielfältigung eine begränzte sei und sein müsse. Man
könnte unter Berufung auf Aristoteles 3 die Frage aufwerfen,
ob nicht die in einem letzten Theile des Patiens erzeugte
Species als Tlieil der Gesammtsumme der vervielfachten Species
1 Videmus virtutem adamantis et magnetis fortiorem esse in ferro distanti
quam in aere propinquiori, et tarnen transit per aerem ad ferrum. Et
videmus speciem vitri fortiter colorati, quando multum illuminatur, apparere
fortius in corpore mixto, quam in aere propinquiori. 0. c., p. 322.
2 0. c., p. 323.
3 Vgl. Aristot. Physie. VII, p. 250 a, lin. 8 fl'.