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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 94. Band, (Jahrgang 1879)

Die  Kosmologie  und  allgemeine  Naturlehre  des  Roger  Baco.

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des  Lichtes  im  Raume  angezogen  wurde,  dasjenige  beweise,
was  aus  ihr  gefolgert  wurde;  Aristoteles  bekämpfe  daselbst  die
Behauptung  des  Empedokles,  dass  das  Licht  ein  bewegter
Körper  oder  der  Ausfluss  eines  Körpers  sei,  der  vom  Aufgang
zum  Niedergang  sich  bewege  und  verbreite.  Aristoteles  bemerkt
dawider,  dass  wir  die  Bewegung  und  Fortriickung  eines  derartigen ­
  Körpers  am  Himmel  auch  sinnlich  wahrnehmen  müssten;
wir  können  aber  ein  solches  Fortrücken  darum  nicht  wahrnehmen, ­
  weil  das  Licht  kein  sensibler  Körper,  und  das  vom
Aufgang  zum  Niedergang  sieb  ausbreitende  Licht  kein  Unum
numero  ist.  Eben  so  wenig  will  Baco  die  aus  einer  anderen
aristotelischen  Stelle 1  hergenommene  Instanz  gelten  lassen,
obschon  diese  und  die  vorausgehende  Stelle  auch  noch  späteren
Aristotelikern  als  Stützpunkt  für  die  Bestreitung  der  Lehre  von
einer  successiven  Bewegung  des  Lichtes  diente.  Selbst  der
oben  erwähnte  Tunsted,  2  von  welchem  wir  annehmen  zu  dürfen
glaubten,  dass  Baco  ihn  beeinflusst  habe,  bleibt  in  diesem  Punkte
bei  der  alten  Meinung  stehen.  Nur  Duns  Scotus  reproducirt
gelegentlich :i  die  Anschauungsweise  Baco’s,  worüber  ihn  sein
Ausleger  Mauritius  Ilibernicus  1  fast  entschuldigen  zu  wollen
scheint. 5  Für  eine  gewichtigste  Einwendung  gegen  die  Annahme ­
  einer  successiven  Verbreitung  des  Lichtes  hält  Baco
jene  Alkindi’s,  welcher  meint,  dass  die  unzählig  vielen  imperceptiblen
  Zeitmomente,  welche  das  Licht  in  seiner  Verbreitung
vom  Aufgange  bis  zum  Niedergange  durchmachen  soll,  in  ihrer
Gresammtsumme  doch  ein  beträchtliches  Zeitquantum  ergeben
müssten,  welches  mit  der  thatsächlieheu  Raschheit  der  Erhellung
der  gesammten  Erdhemisphäre  beim  Lichtaufgange  am  Morgen
sich  nicht  vereinbaren  lasse.  Baco  glaubt  indess  dagegen
erinnern  zu  sollen,  dass  auch  der  imperceptible  Moment  der

1  De  sensu  et  sensibili  p.  416b,  liu.  25  ff.:  txö  eEvcu  ti  tpw;  iativ,  iXV  ou
Tl?  X.  T.  X.
2  Meteor.  I,  qu.  11.
3  Super  Universalia  Porphyrii,  qu.  36,  n.  4.
4  Expositio  quaestionum  Doctoris  subtilis  in  quiuque  universalia  Porphyrii
(Scot.  Opp.  Tom.  III;  p.  443  ff.).
5  Loquitur  Doctor  hie  famose,  forte  secundum  illam  opinionem,  quae  ponit
lueem  fluere  per  motura;  vel  melius  potest  diei,  quod  non  loquitur  assertive
sed  conditionaliter,  seil,  gratia  disputandi  admittendo.  O.  c.,  p.  639,  n.  39.
            
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