Die Kosmologie und allgemeine Naturlehre des Roger Baco.
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Anderes will auch Aristoteles nicht, wenn er sagt, dass zwischen
dem Agens und Patiens nichts Mittleres sein könne.
Dem Gesagten zufolge kann bei der Einwirkung des Agens
auf das Patiens eine Species des Agens zunächst nur in denjenigen
Theilen des Patiens erzeugt werden, in welchen sich
dieses mit dem Agens äusserlich unmittelbar berührt. Diese
zunächst afficirten Theile werden hiedurch, dass aus ihnen
Species des Agens educirt worden sind, zu activen Principien,
welche auf die ihnen zunächst gelegenen Theile des Patiens
wirken, um in ihnen eine gleiche Wirkung hervorzubringen
und aus ihnen eine Species dessen, was sie selbst durch das
Agens geworden sind, zu educiren; und so verpflanzt sich
successiv in der schon oben bezeichneten strahlenförmigen Weise
die Wirkung des Agens auf das Patiens nach allen Richtungen
auf die Gesammtmasse des letzteren fort. Dies ist die Grundanschauung
der Lehre Baco’s von der Multiplicatio specierum,
welche mit seiner oben besprochenen Ansicht über die innere
Getheiltheit alles Körperlichen enge zusammenhängt, und seinem
physikalischen Realismus die generelle mathematisch-somatische
Hinterlage darbieten soll. Die erste unmittelbare Berührung
des Patiens durch das Agens ist nicht so zu verstehen, als ob
das Patiens hiebei bloss an seiner Oberfläche berührt würde;
denn die vom Agens unmittelbar berührten Theile des Patiens
sind nicht körperlose Flächen, sondern wenn auch so kleine
Körperlichkeiten, die eine Tiefe haben müssen, weil sie ohnedem
weder tangirt noch alterirt werden könnten. 1 Baco erklärt,
dass zur Ausübung einer solchen ersten unmittelbaren Wirkung
des Agens auf das Patiens nicht eine bestimmte Quantität des
letzteren als Materia substrata der Action erforderlich sei, so
dass eine kleinere Quantität nicht ausreichte; dies hiesse den
unbeseelten Agentien der Körperwelt eine Virtus augmentativa
zuschreiben, wie sie beseelten Körperwesen eigen ist, 2 und
1 0. c., p. 283.
2 Nam tune in rebus inanimatis oporteret ponere virtutem augmentativam,
sieut in inanimatis, nt per aliquot! corporale veniens convertendum in rem
animatam virtus illa augmentativa duceret illam rem ad debitam quantitatem,
in qua possit operari, sicut accidit de animatis pro actione generandi
secundum propagationem. Haec enim est necessitas, quare in rebus
animatis est augmentatio. O. c., p. 284.
Sitznngsber. <i, phil.-hist. CI. XCIV. Bd. II. Hft.
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