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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 94. Band, (Jahrgang 1879)

Die  Kosmologie  und  allgemeine  Naturleliro  des  Roger  Baco.

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gesetzten  Species  sind  die  Vehikel  alles  Geschehens  und  Gewirktwerdens ­
  in  der  Welt,  in  der  physischen  sowohl  als  auch
in  der  geistigen. 1  Jedermann  weiss,  dass  durch  Impressionen
im  Intellecte  und  in  den  Sinnen  Species  erzeugt  werden;  das
Gleiche  gilt  von  Allem  in  der  Welt,  was  Stoff  und  Substrat
irgend  einer  Einwirkung  wird.  Die  Engel  erhalten  das  sichtbare
Weltall  in  Bewegung  durch  jene  Virtutes,  welche  sie  in  den
von  ihnen  virtuell  afficirten  Himmelssphären  erwecken.  Die
menschliche  Seelensubstanz  wirkt  in  ähnlicher  Weise  auf  den
menschlichen  Körper  und  mittelst  desselben  auf  die  in  den
Wirkungsbereich  des  Menschen  fallenden  sinnlichen  Objecte;
jeder  Körper  setzt  ausserhalb  seiner  selbst  solche  Species.  Baco
bekämpft  ausdrücklich  die  Ansicht  Jener,  welche  sagen,  dass
nur  die  Accidentien  Species  causiren. 2  Man  berufe  sich  zwar
auf  den  aristotelischen  Ausspruch  im  siebenten  Buche  der
Physica:  Quäle  alterat  et  altcratur  in  eo  quid  sensibile,  ut  fiat
vis  in  hoc. 3  An  dieser  Stelle  ist  jedoch  nur  von  den  in  den
Bereich  der  Accidenzkategorien  fallenden  Alterationen  die  Rede,

per  eam  primo  factam  posait  educere  de  potentia  materiae  effectum
completum,  quem  intendit;  et  ideo  nulli  dubium  est,  quin  species  sit
primus  effectus.  Quod  vero  iste  primus  effectus  cujuslibet  agentis  naturaliter
  similis  sit  ei  in  essentia  specifica  et  natura  et  operatione,  manifestum
est  .  .  .,  quia  agens  intendit-  assimilare  sibi  patiens,  et  statim  quando
operatur  in  patiens,  assimilat  illud  sibi  et  facit  illud  patiens  esse  tale,
quäle  est  ipsum  agens  in  actu,  sicut  Aristoteles  dicit.  Ibid.
1  Op.  maj.,  p.  49.
2  O.  c.,  p.  27G.
3  Vgl.  Aristot.  Physic.  VII,  c.  3,  p.  245  b,  lin.  3  ff.:  xo  aXXotoupvov  arcav
aXXoiouxoa  ut:o  twv  aiaQyjxcov,  xat  iv  jxovotc  U7:dpy_£i  xouxoi;  aXXofcoaig  oaa
xaO 1  auxa  Xiyszai  Tcaayetv  Otto  xtov  ataO^xtov.  Auf  p.  244  bringt  Bekker  im
Raume  der  Anmerkungen  unter  dem  Texte  des  zweiten  Capitels  die  vom
überlieferten  Texte  ausgeschiedenen  paraphrasirenden  Zusätze  bei,  unter
welchen  sich  folgende  Stelle  findet  (p.  244  a,  lin.  28  f.):  to  yap  tzoi'ov
aXXoiouxai  iw  ai<r07jxbv  etvat,  ata07)Ta  o’  saxiv  oi;  GiacpspouGt  xa  atouaxa
aXX7]Xcov,  o-.ov  ßapur/)?  xou:pbx7](;,  a/.X7)pbx7);  (j.aXax.bx7j?  x.  x.  X.  —  Baco  klagt
hier  wieder  über  schlechte  Uebersetzungen  und  die  hiedurch  veranlassten
falschen  Auslegungen;  in  dem  Texte,  welchen  Thomas  Aq.  (Physic.  VIT,
leett.  4  et  5)  commentirte,  sind  beide  angeführte  Stellen  richtig  wiedergegeben. ­
  Vgl.  übrigens  über  die  Versetzungen  des  Textes  des  siebenten
Buches  mit  Paraphrasen  L.  Spengel:  Ueber  das  siebente  Buch  der  Physik ­
  des  Aristoteles.  Abgedruckt  in  den  Abhandlungen  der  Münchner
Akademie  I.  Classe,  Band  III,  Abtheilnng  2,  S.  305—350.
            
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