Dio Kosmologie und allgemeine Naturlehre des Roger Baco.
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Dessungeachtet lässt sich nicht verkennen, dass bei Baco auch
hierin die dunkle Ahnung einer Erkenntniss aufdämmerte, welche
in der neuzeitlichen Naturkunde aus dom Einblicke in die Natur
des Lichtes als des höchsten und principalen Agens der sichtbaren
Wirklichkeit sich herausgesetzt hat.
Baco setzt das Licht in der Reihe der nicht substanziellen
Agentien obenan, und rechnet es zusammt den vier primären
Qualitäten der Körper: Calidum, Frigidum, Humidum, Siccum
unter diejenigen Agentien, welche sich aus sich in der Materia
substrata ihres Wirkens vollkommen wiedersetzen können, was
weder die substanziellen Agentien, noch die schwächeren nicht
substanziellen Agentien: Farbe, Ton, Geruch und Geschmack
vermögen. 1 Die substanziellen Agentien können sich in der
Materia substrata ihres Wirkens entweder überhaupt nicht
wiedersetzen, wie die körperlosen Geistwesen, die Himmelskörper
und unbeseelten irdischen Körper, indem alle diese
Agentien überhaupt keiner generativen Selbstfortpflanzung fähig
sind; oder sie können sich nur unter Obmacht der siderischen
Kräfte und Einflüsse auf dem Wege der Generation fortpflanzen,
wie die beseelten irdischen Wesen. Da nun das Licht unter
denjenigen Agentien, welche in einem gegebenen Stoffe sich
aus sich selbst allein vollkommen zu reproduciren vermögen,
das höchste ist, so erhellt daraus, dass das Licht ein in seiner
Art vollkommenstes Agens ist, dessen Wirklingsgesetze sonach
auch jene aller übrigen körperlichen Agentien sind, und nach
deren Analogie auch die Wirkungsweisen der geistigen Agentien
zu verstehen sind. Die Wirkungsgesetze des Lichtes werden
aber mit Hilfe der Mathematik erkannt. Da nämlich die
Wirkung des Lichtes in geradliniger Strahlung sich ausbreitet,
und die Brechungen und Reflexionen der geradlinigen Strahlen
bestimmte Winkel bilden, deren Messung die Geometrie lehrt,
so ist hieraus ersichtlich, dass die Wirkungsweisen des Lichtes
durchgängig der Cognition eines mathematisch gebildeten Denkens
unterliegen. Dasselbe gilt selbstverständlich von allen
colorum. Nam prius egt color quam videatur hic, nt a diversis videtur in
eodem loco; sed liic ex aspectu egt apparitio, et ideo non potest esse
veritas sed sola apparentia. Op. maj. p. 3-17.
1 Op. tert., c. 31.