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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 94. Band, (Jahrgang 1879)

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Werner.

differenz  zusammen;  Albert  spricht  von  wirklichen  Farben,  die
in  den  drei  von  ihm  unterschiedenen  Brechungsmedien  vorhanden ­
  sind,  ehe  sie  durch  die  Brechung  der  gefärbten  Lichtstrahlen ­
  unserem  Auge  zugesendet  werden; 1  bei  Tunsted  fallen
Brechung  des  Lichtstrahles  und  Erzeugung  des  Farbenphänomens
in  Eins  zusammen.  Tunsted’s  Erklärung  des  Regenbogens  kommt
der  richtigen  Erklärung  des  Phänomens  bereits  sehr  nah.e, 2  und
leidet  nur  an  dem  Gebrechen,  dass  er,  was  bereits  Baco  als  unrichtig ­
  verworfen  hatte,  die  verschiedenen  Brechungsgrade  der
verschiedenen  Farbenstrahlen  aus  der  ungleiche  Dichtigkeitsgrade ­
  in  sich  schliessenden  Beschaffenheit  desselben  Brechungsmediums ­
  abzuleiten  versuchte.  Baco  verlegte  sich  den  Weg  zur
richtigen  Erklärung  des  Phänomens  dadurch,  dass  er  die  an  sich
allerdings  vollberechtigte  und  psychologisch  nothwendige  Rücksicht ­
  auf  den  Subjectivismus  unserer  Sinnesempfindungen  in  ungehöriger ­
  Weise  mit  der  Erklärung  des  objectiven  Sachverhaltes
vermengte.  Er  wusste  eben  noch  nicht,  dass  alle  Farbenempfindung ­
  rein  subjectiv  sei,  dieser  subjectiven  Empfindung  aber  allzeit
ein  objectiver  Thatbestand  entspreche,  welcher  auf  der  Verschiedenheit ­
  der  Geschwindigkeit  der  Schwingungen  der  einzelnen
Theilchen  des  Lichtäthers,  und  auf  der  damit  zusammenhängenden ­
  Verschiedenheit  der  Breite  der  Wollen  des  Lichtäthers
beruht.  Die  Verkennung  dieser  unlöslichen  Aufeinanderbeziehung
des  objectiven  und  subjectiven  Momentes  in  der  Licht-  und
Farbenerscheinung  war  Ursache,  dass  er  die  Gleichartigkeit  des
Regenbogenphänomens  und  der  durch  Krystalle  erzeugten  Farbenbrechung ­
  verkannte,  letztere  für  eine  objective  Farbenspiegelung, ­
  erstere  aber  für  subjectiven  Sinnenschein  erklärend. 3
1  Vgl.  unsere  oben  (S.  567,  Aum.  4)  citirte  Abhandlung:  Kosmologie  u.  s.  w.
des  scholastischen  Mittelalters,  S.  360  f.
3  Bereits  der  sächsische  Dominicaner  Tlieodoricus,  seit  1311  Lehrer  an
der  Pariser  Universität  und  Verfasser  eines  Werkes  de  radialibus  impressionibus,
  soll  der  Erste  eine  richtige  Erklärung  des  Regenbogens  angebahnt ­
  haben.
3  Si  dicatur,  quod  radii  solares  transeuntes  per  erystallum  faciunt.  veros
colores  et  fixos,  qui  speciem  faciunt  et  sunt  in  ratione  objecti:  dicendum
est,  quod  aliud  est  hie  et  ibi;  solurn  aspiciens  facit  iridem,  nee  est  ibi
nisi  sola  reflexio,  hie  autem  est  causa  naturalis,  seil,  radius  et  lapis
rugosus  qui  habet  magnam  superficiei  diversitatein,  ut  secundum  eastim
lucis  diversitas  colorum  resultet,  et  aspectus  in  illos  facit  hie  ad  essentiam
            
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