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Werner.
differenz zusammen; Albert spricht von wirklichen Farben, die
in den drei von ihm unterschiedenen Brechungsmedien vorhanden
sind, ehe sie durch die Brechung der gefärbten Lichtstrahlen
unserem Auge zugesendet werden; 1 bei Tunsted fallen
Brechung des Lichtstrahles und Erzeugung des Farbenphänomens
in Eins zusammen. Tunsted’s Erklärung des Regenbogens kommt
der richtigen Erklärung des Phänomens bereits sehr nah.e, 2 und
leidet nur an dem Gebrechen, dass er, was bereits Baco als unrichtig
verworfen hatte, die verschiedenen Brechungsgrade der
verschiedenen Farbenstrahlen aus der ungleiche Dichtigkeitsgrade
in sich schliessenden Beschaffenheit desselben Brechungsmediums
abzuleiten versuchte. Baco verlegte sich den Weg zur
richtigen Erklärung des Phänomens dadurch, dass er die an sich
allerdings vollberechtigte und psychologisch nothwendige Rücksicht
auf den Subjectivismus unserer Sinnesempfindungen in ungehöriger
Weise mit der Erklärung des objectiven Sachverhaltes
vermengte. Er wusste eben noch nicht, dass alle Farbenempfindung
rein subjectiv sei, dieser subjectiven Empfindung aber allzeit
ein objectiver Thatbestand entspreche, welcher auf der Verschiedenheit
der Geschwindigkeit der Schwingungen der einzelnen
Theilchen des Lichtäthers, und auf der damit zusammenhängenden
Verschiedenheit der Breite der Wollen des Lichtäthers
beruht. Die Verkennung dieser unlöslichen Aufeinanderbeziehung
des objectiven und subjectiven Momentes in der Licht- und
Farbenerscheinung war Ursache, dass er die Gleichartigkeit des
Regenbogenphänomens und der durch Krystalle erzeugten Farbenbrechung
verkannte, letztere für eine objective Farbenspiegelung,
erstere aber für subjectiven Sinnenschein erklärend. 3
1 Vgl. unsere oben (S. 567, Aum. 4) citirte Abhandlung: Kosmologie u. s. w.
des scholastischen Mittelalters, S. 360 f.
3 Bereits der sächsische Dominicaner Tlieodoricus, seit 1311 Lehrer an
der Pariser Universität und Verfasser eines Werkes de radialibus impressionibus,
soll der Erste eine richtige Erklärung des Regenbogens angebahnt
haben.
3 Si dicatur, quod radii solares transeuntes per erystallum faciunt. veros
colores et fixos, qui speciem faciunt et sunt in ratione objecti: dicendum
est, quod aliud est hie et ibi; solurn aspiciens facit iridem, nee est ibi
nisi sola reflexio, hie autem est causa naturalis, seil, radius et lapis
rugosus qui habet magnam superficiei diversitatein, ut secundum eastim
lucis diversitas colorum resultet, et aspectus in illos facit hie ad essentiam