Die Kosmologie und allgemeine Naturlebre des Roger Baoo.
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obwohl blosser Schein, dennoch nicht bloss subjectiver, sondern
vielmehr objectiver, durch das Sonnenlicht causirter Schein sei.
Dieser wird dadurch erzeugt, dass die Sonnenstrahlen auf die
Tropfen der Wolke fallen und von denselben reflectirt werden.
Fällt nämlich ein Sonnenstrahl in ein dichtes und zugleich
durchsichtiges Medium ein, so bewirkt er daselbst eine Farbenerscheinung;
enthält dieses Medium Schichten von ungleicher
Dichtigkeit, so erscheint der durchscheinende Lichtstrahl unter
verschiedenen Farben. 1 Diese verschiedenen Farben erscheinen
in jedem einzelnen Tropfen des Regengewölkes, und werden
nach verschiedenen Seiten reflectirt, weil jeder besonderen Art
der Färbung des einfallenden Lichtstrahles eine besondere Art
der Brechung desselben entspricht. 2 Aus dieser Verschiedenheit
der Brechungen erklärt sich die mit dem objectiven Farbenscheine
verbundene subjective Täuschung, dass das Auge die
Farben an einem anderen Orte sieht, als sie eigentlich vorhanden
sind. Ausdrücklich wird von Tunsted die Meinung
Alberts d. Gr. zurückgewiesen, welcher die den Unterschied
der Regenbogenfarben erklärende Verschiedenheit der Dichtigkeit
des brechenden Mediums in der Gesammtmasse der Wolke,
statt in allen einzelnen Tropfen derselben sucht, 3 und demzufolge
auch nicht erfasst, dass der eigentliche Ort der Farben
von jenem, an welchem sie unserem Auge erscheinen, unterschieden
werden müsse. Hiemit hängt noch eine andere Meinungs-1
Radius luminis veniens a sole transieus per partem guttae tenuiorem
facit apparere colorem magis darum, seil, puniceum; dein transiens per
partem aliqualiter spissiorem facit apparere colorem viridem; et radius
transiens per centrum guttulae, ubi gutta est spissior, facit colorem
alurgum, qui est rubeus obscurus. L. c.
2 Est valde difficile, dare causam et tarnen potest dici, quod unus illorum
colorum natus est apparere secundum aliquem angulum, secundum quem
alt* non est natus apparere, et ideo unus apparet in uno situ determinato
et alter in altero, qui angulus causatur ex radio incidentiae a
sole ad nubem et a nube reflexa ad nubem. Ibid.
3 In qualibet parte nubis nobis sensibili natus est apparere quilibet color
iridis, quia sunt guttae seminatim sparsae, et lumen incidens sicut in
alia. Ex quo patet, opinionem Alberti esse falsam, qui imaginatur nubem,
ad quam fit reflexio iridis, esse concavam, cujus uua pars est magis rara,
alia mediocris, alia densa, et tune apparet color puniceus ubi nubes est
rarior, alurgus ubi est densior, et viridis ubi est mediocris, et istis imponebat
nomina et naturas elementorum. Ibid.