Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 94. Band, (Jahrgang 1879)

Die  Kosmologie  und  allgemeine  Naturlebre  des  Roger  Baoo.

577

obwohl  blosser  Schein,  dennoch  nicht  bloss  subjectiver,  sondern
vielmehr  objectiver,  durch  das  Sonnenlicht  causirter  Schein  sei.
Dieser  wird  dadurch  erzeugt,  dass  die  Sonnenstrahlen  auf  die
Tropfen  der  Wolke  fallen  und  von  denselben  reflectirt  werden.
Fällt  nämlich  ein  Sonnenstrahl  in  ein  dichtes  und  zugleich
durchsichtiges  Medium  ein,  so  bewirkt  er  daselbst  eine  Farbenerscheinung; ­
  enthält  dieses  Medium  Schichten  von  ungleicher
Dichtigkeit,  so  erscheint  der  durchscheinende  Lichtstrahl  unter
verschiedenen  Farben.  1  Diese  verschiedenen  Farben  erscheinen
in  jedem  einzelnen  Tropfen  des  Regengewölkes,  und  werden
nach  verschiedenen  Seiten  reflectirt,  weil  jeder  besonderen  Art
der  Färbung  des  einfallenden  Lichtstrahles  eine  besondere  Art
der  Brechung  desselben  entspricht.  2  Aus  dieser  Verschiedenheit
der  Brechungen  erklärt  sich  die  mit  dem  objectiven  Farbenscheine ­
  verbundene  subjective  Täuschung,  dass  das  Auge  die
Farben  an  einem  anderen  Orte  sieht,  als  sie  eigentlich  vorhanden ­
  sind.  Ausdrücklich  wird  von  Tunsted  die  Meinung
Alberts  d.  Gr.  zurückgewiesen,  welcher  die  den  Unterschied
der  Regenbogenfarben  erklärende  Verschiedenheit  der  Dichtigkeit ­
  des  brechenden  Mediums  in  der  Gesammtmasse  der  Wolke,
statt  in  allen  einzelnen  Tropfen  derselben  sucht, 3  und  demzufolge ­
  auch  nicht  erfasst,  dass  der  eigentliche  Ort  der  Farben
von  jenem,  an  welchem  sie  unserem  Auge  erscheinen,  unterschieden ­
  werden  müsse.  Hiemit  hängt  noch  eine  andere  Meinungs-1

  Radius  luminis  veniens  a  sole  transieus  per  partem  guttae  tenuiorem
facit  apparere  colorem  magis  darum,  seil,  puniceum;  dein  transiens  per
partem  aliqualiter  spissiorem  facit  apparere  colorem  viridem;  et  radius
transiens  per  centrum  guttulae,  ubi  gutta  est  spissior,  facit  colorem
alurgum,  qui  est  rubeus  obscurus.  L.  c.
2  Est  valde  difficile,  dare  causam  et  tarnen  potest  dici,  quod  unus  illorum
colorum  natus  est  apparere  secundum  aliquem  angulum,  secundum  quem
alt*  non  est  natus  apparere,  et  ideo  unus  apparet  in  uno  situ  determinato
  et  alter  in  altero,  qui  angulus  causatur  ex  radio  incidentiae  a
sole  ad  nubem  et  a  nube  reflexa  ad  nubem.  Ibid.
3  In  qualibet  parte  nubis  nobis  sensibili  natus  est  apparere  quilibet  color
iridis,  quia  sunt  guttae  seminatim  sparsae,  et  lumen  incidens  sicut  in
alia.  Ex  quo  patet,  opinionem  Alberti  esse  falsam,  qui  imaginatur  nubem,
ad  quam  fit  reflexio  iridis,  esse  concavam,  cujus  uua  pars  est  magis  rara,
alia  mediocris,  alia  densa,  et  tune  apparet  color  puniceus  ubi  nubes  est
rarior,  alurgus  ubi  est  densior,  et  viridis  ubi  est  mediocris,  et  istis  imponebat
  nomina  et  naturas  elementorum.  Ibid.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.