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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 94. Band, (Jahrgang 1879)

Die  Kosmologie  und  allgemeine  Naturlehre  des  Koger  Baco.

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Licht  und  Roth,  Roth  und  Schwarz  fasst,  woraus  sich  wie  bei
Aristoteles  drei  zwischen  Licht  und  Schwarz  liegende  Farben
als  Hauptfarben  des  Regenbogens  ergeben.  1  Eine  andere  Frage
ist,  ob  es  dem  Sinne  des  Aristoteles  gemäss  sei,  wenn  Baco
die  Dreizahl  der  Hauptfarben  des  Regenbogens  unter  Berufung
auf  eine  Stelle  im  aristotelischen  Werke  de  Coelo 2  aus  einem
alles  Seiende,  das  Göttliche  und  die  kosmische  Wirklichkeit
beherrschenden  Gesetze  der  Dreizahl  deduciren  will.
Die  von  Baco  ausgesprochene  Ansicht,  dass  die  Regenbogenfarben ­
  ein  rein  subjectives  Phänomen  seien,  machte  auf
seine  mit  Naturforschung  beschäftigten  Ordensgenossen  in  England ­
  Eindruck,  und  schien  ihnen  einer  ernstlichen  Discussion
werth.  Der  englische  Franciscaner  Simon  Tunsted,  der  muthmassliche
  Verfasser  eines  unter  die  Werke  des  Duns  Scotus  3
aufgenommenen  Commentars  über  die  aristotelischen  Libros  Meteorum
  erörtert  mit  unverkennbarer  Bezugnahme  auf  Baco  die
Frage,  1  in  wie  weit  und  in  welchem  Sinne  man  die  Irisfarben
für  eine  rein  subjective  Apperception  zu  halten  berechtiget  sei.
Für  die  von  Baco  vertretene  Ansicht  spreche,  dass  die  Irisfarben
als  distincte  Farben  erscheinen,  und  doch  jeder  einzelne  aus
mehreren  Betrachtern  diese  distincten  Farben  an  einem  anderen
Orte  sehe  als  die  anderen  Betrachter  neben  ihm; 5  dass  die
wirkliche  Farbe  ein  beharrendes  Phänomen  sei, 0  während  man
beim  Regenbogen  ein  innerhalb  eines  bestimmten  Zeitquantums
statthabendes  Entstehen  und  Vergehen  unzähliger  Farben  an-1
  Vgl.  Aristot.  Meteor.  III,  p.  375  a,  lin.  1:  ij  "pi?  -pi'/pco;  cpouVExai  s/.axs'pa
ulv,  evavxtto?  os.  (Diese  drei  Farben  sind  das  tsoivucouv,  jxpdotvov,  cb.oupyo'v.)
2  Coel.  I,  p.  268  a,  lin.  7  ff.
3  Sielio  Duns  Scoti  Opp.  (ed.  Wadding)  als  Zugabe  zu  Tom.  111:  Moteorologicorum
  Libri  quatuor,  zusammt  den  kritischen  Vorbemerkungen
Waddings.
4  Meteor.  III,  qu.  8.
5  Quilibet  videt  suam  propriam  iridem  ....  apparet  circumferentia  Superior
iridis  uni  homini,  quae  apparet  alicui  alteri  medium  suae  iridis,  et  alicui
circumferentia  infima  suae  iridis.  Igitur  si  illi  sunt  veri  eolores  realiter
existentes,  sequitur  quod  in  eodem  situ  per  se  erunt  omnes  eolores  iridis,
et  per  illud  arguitur,  quod  omnes  essent  in  eadem  parte  nubis.  Aber:
Iris  repraesentatur  nobis  secundum  eolores  distinctos,  et  non  secundum
eolores  confusos.  L.  c.
6  Color  non  corrumpitur  nisi  consequente  alteratione  primarum  qualitatum,
quae  non  possunt  subito  alterari.  Ibid.
            
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