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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 94. Band, (Jahrgang 1879)

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Werner.

Hiedurch  ist  nicht  ausgeschlossen,  dass  in  den  niederen  Lufträumen ­
  gewisse  Strahlenbrechungen  statthaben,  durch  welche
das  Sinnenbild  der  einzelnen  Sternkörper  alterirt  wird;  diese
haben  aber  ihren  Grund  nicht  in  der  Luft  als  solcher,  sondern
in  den  die  niederen  Lufträume  füllenden  Dünsten.  1
Wie  Baco  eine  Brechung  der  von  den  Gestirnen  ausgesendeten ­
  Lichtstrahlen  erst  an  der  Gränzscheide  zwischen
den  himmlischen  und  sublunarischen  Regionen  sich  vollziehen
lässt,  so  gibt  er  auch  nicht  zu,  dass  ein  reflectirtes  Licht  aus
den  himmlischen  Regionen  in  die  sublunarischen  Räume  gelange,
obschon  er,  wie  wir  bereits  hörten,  die  Möglichkeit  einer  unserer
Wahrnehmung  entzogenen  Lichtreflexion  in  den  himmlischen
Räumen  nicht  schlechthin  in  Abrede  stellen  will.
Ausser  dem  principalen  lachte,  welches  im  geraden,  gebrochenen ­
  oder  reflectirten  Strahle  vom  leuchtenden  Gegenstände
selber  ausgesendet  wird,  kennt  Baco  noch  ein  abgeleitetes  Licht,
welches  dem  durch  den  leuchtenden  Gegenstand  gewirkten  Lichte
entstammt,  und  in  Strahlungen  sich  verbreitet,  welche  dem  Auge
nicht  die  Wahrnehmung  des  leuchtenden  Gegenstandes  vermitteln. ­
 2  Aus  der  Beleuchtung  durch  solche  abgeleitete  Strahlungen ­
  erklärt  sich  die  eigenthiimliche  Färbung  des  Mondkörpers, ­
  wenn  er  theilweise  im  Schatten  der  Erde  steht.  Die

1  Mediantibus  nubibus  et  vaporibus  accidit  magna  diversitas,  quia  sol  et
stellae  omnes  videntur  majoris  quantitatis  in  horizonte  quam  in  medio
coeli  propter  interpositionem  vaporum  exeuntium  in  aere  inter  nos  et
stellas  Orientes,  in  quibus  vaporibus  franguntur  radii  solares  propter
fractionem,  quam  habuerunt  in  superfieie  ignis;  quae  fractio  facit,  ut
videantur  majoris  quantitatis  in  horizonte  quam  in  medio  coeli.  Ibid.
2  Quinta  linea,  super  quam  vadit  speeies,  non  venit  ab  agente,  sed  ab
aliqua  praedietarum  linearum  quatuor  (seil,  rectarum,  fractarum,  reflexarum,
  tortuosarum;  vgl.  über  letztere:  Psychologie  u.  s.  w.  des  Roger  Baco,
S.  526,  Anm.  3),  et  ideo  non  venit  a  re  faciente  speciem,  sed  a  specie.
Verum  speeies  super  eam  decurrens  est  speeies  speciei,  sicut  lux  in  angulo
domus  venit  a  radio  solari  cadente  per  fenestram.  Nam  radius  ille  venit
a  sole  super  lineam  rectam,  fraetam  vel  refloxam,  et  ideo  est  multiplieatio
prineipalis.  Sed  ista  lux,  quae  a  radio  venit  ad  partes  alias  domus,  est
multiplieatio  accidentalis;  et  quod  omnino  alia  sit  multiplieatio  liaec  a
praedictis,  patet  ....  per  hoc,  quod  oculus  per  eam  non  videbit  agens
principale,  sed  ejus  speciem  principalem  rectam  vel  fraetam  vel  refiexam
0.  e.,  p.  296.
            
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