Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 94. Band, (Jahrgang 1879)

Die  Kosmologie  und  allgemeine  Naturlehre  des  Roger  Baco.

561

Sternkörpern,  welche  das  von  der  Sonne  ausgehende  Licht
innerlich  in  sich  aufnehmen  und  es  gleich  angezündeten  Kerzen
ausstrahlen,  und  zwischen  anderen,  welche  das  von  der  Sonne
ausgehende  Licht  nicht  innerlich  in  sich  aufnehmen,  sondern
an  ihren  Oberflächen  zurückwerfen,  wie  die  kleinen  dichtgehäuften ­
  Sterne  der  Milchstrasse.  Diese  Unterscheidung  zwischen
Selbstleuchtern  und  anderen  bloss  von  Aussen  beglänzten  Sternen
lässt  Baco,  wie  wir  bereits  wissen,  nicht  gelten;  eben  so  wenig
kann  er  von  seinem  Standpunkt  aus  den  Gründen  zustimmen,
durch  welche  Albert  zu  erweisen  sucht,  dass  die  Sterne  zufolge
ihrer  grösseren  Dichtigkeit  eine  Leuchtkraft  entwickeln,  deren
die  Sphären,  welchen  sie  eingefügt  sind,  entbehren.  1  Denn  das
Licht  ist  nach  Baco  nicht,  wie  Albert  annimmt,  eine  der  himmlischen ­
  Körperlichkeit  als  solcher  eignende  Forma,  sondern  den
Sternkörpern  als  active  Qualität  eingeschaffen.  In  Bezug  auf  das
Phänomen  der  Milchstrasse  halten  Baco  und  Albert  gemeinsam
an  der  Aristotelischen  Ansicht  fest, 2  dass  die  Lichtwirkung  der
die  Milchstrasse  constituirenden  kleinen  Sterne  auf  unser  Auge
durch  die  Feuersphäre  vermittelt  werde; 3  nur  ist  Baco  bemüht,
das  Phänomen  genauer  zu  erklären,  und  zwischen  der  objectiven
Beschaffenheit  und  subjectiven  Appercöption  desselben  schärfer
zu  unterscheiden.  Während  das  Ineinandcrtliessen  des  Lichtes
der  Sterne  der  Milchstrasse  Albert  als  ein  objectiver  Sachverhalt
erscheint, 1  erklärt  es  Baco  als  eine  subjective  Apperception  des
1  Ubi  coelum  est  tenue  et  perspieuum  —  sagt  Albert  1.  c.  —  sicut  in
stellis,  hoc  contingit  in  illo,  quod  confortetur  motus  ejus,  quod  movet
forma  corporali  materiam  activorum  et  passivorum,  eo  quod  stella  in  orbe
est  amplioris  efficaciae,  quam  ceterae  partes  orbis,  et  cum  moveat  per
quarititatem  et  lumen  suum,  oportet  quod  ibi  confortetur  actus  sui  instrumenti,
  et  per  illud  inspissatur  ibi.
2  Vgl.  Aristot.  Meteor.  I,  c.  8.
3  Aristoteles  stellt  das  Phänomen  der  Milchstrasse  in  Parallele  mit  den
Kometen:  Tb  sayaxov  xou  dipot;  obva|j.iv  dyzi  Txjpoc,  (bars  xrj  xtv/jaei  oiaxpivopivou
  xoü  ac'po;  a::oxpi'vsaQai  roiaur/jv  auaxaaiv,  oiav  xai  xou<;  xo|j.r]ra^
aareoas;  sivai  <pa[j.cv  EuXoyov,  e'tKßp  7j  svo;  aarpou  xi'vqaig  (bezieht  sich
auf  die  Höfe  um  Sonne  und  Mond),  xai  xrjv  xwv  aTxavxwv  xroieiv  xi  xoioüxov
xai  explosiv,  xai  r.pot;  xouxoi^  exi  xaO’  ov  xo'-ov  Txuxvo'xara  xai  -Xsiaxa  xai
(ibyiaxa  xuy/avouaiv  ovxa  xtov  aaxpwv.  Meteor.  I,  p.  345  b,  lin.  33  ff.
4  Illae  stellae  fixae  sunt  in  orbe,  ita  quod  quaedam  tangant  alias  et  suscipiunt
  spiendorem  a  sole  et  insuper  lumen  eorum  in  se  diffunditur,  et  ab
una  in  alteram  diffusum  continuatur.  Meteor.  I,  tr.  2,  c.  5.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.