560
Werner.
seitwärts abzufliesen haben. In der himmlisehen Körperlichkeit
aber ergibt sieh die Diaphancität aus der selbsteigenen Natur
jener Körperlichkeit, welche viel feiner und geistiger als jene
der sublunaren Sphären ist. Bis auf einen gewissen Grad muss
auch Baco diese Erklärung der verschiedenen Diaphaneitätsgrade
anerkennen; wir sahen oben, dass er den Grund der
Massivität des Erdkörpers in der kubischen Configuration der
einzelnen Theilchen dieses Körpers erkennt, und sich hiemit,
wenigstens im Allgemeinen, jenen Erklärungen über die Verschiedenheitsgrade
der Dichtigkeit und Tenuität des Körperlichen
anschliesst, welche den Anschauungen Alberts über die
Verschiedenheitsgrade der Diaphaneität der kosmischen Körperlichkeiten
zu Grunde liegen.
Dem Aristoteles drängt sich zufolge des Umstandes, dass
er das Licht hauptsächlich mit Rücksicht auf das Farbenphänomen
ins Auge fasst, eine engste Beziehung zwischen Licht
und Feuer auf; er nennt das Licht die Farbe des Feuers; 1 er
will indess nicht so weit gehen, zu behaupten, dass das Licht
specifisch nur die Farbe des Feuers sei, da ja gleich anderen
Körpern das Feuer im Lichte gesehen werde, womit selbstverständlich
eine von brennendem Feuer verschiedene Erleuchtungsquelle
involvirt ist. Demzufolge erklärt der Aristoteliker
Alexander Aphrodisias, dass das Licht nicht eine Proprietät
des Feuers sei, sondern dem Feuer aceidire, wenn dieses durch
irgend eine Ursache mit einem verdichteten durchscheinenden
Körper sich vermischt; 2 hieraus wurde zu erklären versucht,
wie es komme, dass am Himmel einzig die Sterne leuchten,
während die Sphären, welchen die Sterne eingefügt sind, kein
Licht aussenden. Albertus Magnus 3 unterscheidet zwischen
1 De coloribus p. 791 b, lin. 7.
2 Vgl. Albert. Coel. et Mund. II, tr. 1,'c. 2: Lumen non est proprietas
ignis, sed potius accidit igni, sicut dicit Alexander Peripateticus, cum
commiscetlir corpori diaphano spissato per aliquam causam; et ideo lumen
ctiam est forma communis et coelo et quibusdam corporibus non simplicibus.
Et ideo lumen etiain in quibusdam partibus invenitur et in quibusdam
non; extra Stellas enim non lucet orbis, sed lucet in stellis, et in
stellis lucet ex participatione lucis solis, et causa lucis in stellis est
spissitudo earum.
3 L. c.