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Werner.
zu Albert alle Gestirne, selbst den Mond mitinbegriffen, zu
Selbstleuchtern macht, d. h. aus sich selber Licht ausstrahlen
lässt, so anerkennt er doch mit Albert die Sonne als Lichtquell
aller Gestirne, und unterscheidet sich von ihm nur dadurch,
dass er das Sonnenlicht nicht von den übrigen Gestirnen imbibirt
werden lässt, sondern es vielmehr als Excitator der den übrigen
Sternen selbsteigenen Leuchtkraft ansieht. 1 Die Leuchtkraft
der Gestirnkörper fällt bei Baco in die Kategorie jener mehreren
denselben eignenden activen Qualitäten, welche wir oben bereits
kennen gelernt haben. Diese activen Qualitäten den Sternen
beilegend, macht Baco, seinem physikalischen Realismus getreu,
gewisser Maassen den Anfang zu einer uranischen Physik, 2 deren
Gedanke dem die Materialität der siderischen Welten möglichst
extcnuirenden Albert noch völlig fremd war. Baco gibt, wie
sonst vielfach, so auch hierin sein Hinausschreiten über die
aristotelische Weltauffassung kund. Aristoteles hatte Licht und
Wärme als eine durch die Bewegung der Himmelssphären in den
sublunarischen Regionen erzeugte Wirkung angesehen; er hatte
ferner Sonne und Mond als die auffälligsten Quellen von Licht
und Wärme in die nächste Nähe zu den Regionen der untersiderischen
Welt gerückt. Je mehr sich indess die Bedeutung
des Uchtes als eines selbstständigen Agens und einer Macht der
Belebung aufdrängte, desto höher musste die Sonne als vornehmster
Lichtquell hinaufgerückt werden; und so sehen wir
in der mittelalterlichen Weltkunde die Sonne allenthalben in
die Mitte des Planetenchores gestellt und ihr damit eine centrale
i Stelle angewiesen, welche bei Albert in noch eminenterer Weise
als bei Baco hervortritt. Aristoteles hatte die Lehre vom Lichte
fast ausschliesslich nur in Bezug auf das Farbenphänomen
erörtert; 3 er weiss wohl auch von der Strahlenbrechung des
Lichtes, 1 behandelt aber dieselbe nur vorübergehend, und eben
auch nur mit Bezug auf das Farbenphänomen. Seine Ansicht
1 Non est luinen solis reflexum a superfieie stellarum, sed eductum de potentia
materiae in corpore stcllae per virtutem solis venientis ad stellam, quae
virtus alterat et transniutat stellam, et facit lumen in ca. Op. maj., p. 58.
2 In coelestibus fit nuitua influentia virtutum, ut lucis et aliarum, et est
in eis alteratio, licet non ad corrnptionem. O. c., p. 49.
3 Vgl. Aristot. Anim. II, c. 7.
4 Meteor. III, p. 372.