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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 94. Band, (Jahrgang 1879)

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Werner.

zu  Albert  alle  Gestirne,  selbst  den  Mond  mitinbegriffen,  zu
Selbstleuchtern  macht,  d.  h.  aus  sich  selber  Licht  ausstrahlen
lässt,  so  anerkennt  er  doch  mit  Albert  die  Sonne  als  Lichtquell
aller  Gestirne,  und  unterscheidet  sich  von  ihm  nur  dadurch,
dass  er  das  Sonnenlicht  nicht  von  den  übrigen  Gestirnen  imbibirt
werden  lässt,  sondern  es  vielmehr  als  Excitator  der  den  übrigen
Sternen  selbsteigenen  Leuchtkraft  ansieht.  1  Die  Leuchtkraft
der  Gestirnkörper  fällt  bei  Baco  in  die  Kategorie  jener  mehreren
denselben  eignenden  activen  Qualitäten,  welche  wir  oben  bereits
kennen  gelernt  haben.  Diese  activen  Qualitäten  den  Sternen
beilegend,  macht  Baco,  seinem  physikalischen  Realismus  getreu,
gewisser  Maassen  den  Anfang  zu  einer  uranischen  Physik,  2  deren
Gedanke  dem  die  Materialität  der  siderischen  Welten  möglichst
extcnuirenden  Albert  noch  völlig  fremd  war.  Baco  gibt,  wie
sonst  vielfach,  so  auch  hierin  sein  Hinausschreiten  über  die
aristotelische  Weltauffassung  kund.  Aristoteles  hatte  Licht  und
Wärme  als  eine  durch  die  Bewegung  der  Himmelssphären  in  den
sublunarischen  Regionen  erzeugte  Wirkung  angesehen;  er  hatte
ferner  Sonne  und  Mond  als  die  auffälligsten  Quellen  von  Licht
und  Wärme  in  die  nächste  Nähe  zu  den  Regionen  der  untersiderischen
  Welt  gerückt.  Je  mehr  sich  indess  die  Bedeutung
des  Uchtes  als  eines  selbstständigen  Agens  und  einer  Macht  der
Belebung  aufdrängte,  desto  höher  musste  die  Sonne  als  vornehmster ­
  Lichtquell  hinaufgerückt  werden;  und  so  sehen  wir
in  der  mittelalterlichen  Weltkunde  die  Sonne  allenthalben  in
die  Mitte  des  Planetenchores  gestellt  und  ihr  damit  eine  centrale
i  Stelle  angewiesen,  welche  bei  Albert  in  noch  eminenterer  Weise
als  bei  Baco  hervortritt.  Aristoteles  hatte  die  Lehre  vom  Lichte
fast  ausschliesslich  nur  in  Bezug  auf  das  Farbenphänomen
erörtert; 3  er  weiss  wohl  auch  von  der  Strahlenbrechung  des
Lichtes,  1  behandelt  aber  dieselbe  nur  vorübergehend,  und  eben
auch  nur  mit  Bezug  auf  das  Farbenphänomen.  Seine  Ansicht

1  Non  est  luinen  solis  reflexum  a  superfieie  stellarum,  sed  eductum  de  potentia
  materiae  in  corpore  stcllae  per  virtutem  solis  venientis  ad  stellam,  quae
virtus  alterat  et  transniutat  stellam,  et  facit  lumen  in  ca.  Op.  maj.,  p.  58.
2  In  coelestibus  fit  nuitua  influentia  virtutum,  ut  lucis  et  aliarum,  et  est
in  eis  alteratio,  licet  non  ad  corrnptionem.  O.  c.,  p.  49.
3  Vgl.  Aristot.  Anim.  II,  c.  7.
4  Meteor.  III,  p.  372.
            
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