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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 94. Band, (Jahrgang 1879)

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W  erner.

auf  einen  anderen  Himmel  ausser  dem  uns  bekannten  recurriren.
 1  Sollten  ihnen  aber  jene  Wirklingen  wesentlich  zukommen,
so  müssten  sie  ihrem  Wesen  nach  die  genannten  primären
Qualitäten  an  sich  haben,  also  einige  unter  ihnen  wesentlich
feucht,  andere  wesentlich  kalt  u.  s.  w.  sein,  was  nach  Alberts
Ueberzeugung  undenkbar  ist.  Vielleicht,  um  dieser  denkwidrigen
Consequenz  zu  entgehen,  haben  die  Alten  —  fügt  Albert  bei
—  angenommen,  dass  die  ihrer  Natur  nach  feurigen  Himmelskörper ­
  Erd-  und  Wasserdünste  anziehen,  um  auf  diesem  Wege
die  durch  die  Natur  des  Himmels  ausgeschlossenen  Qualitäten
des  Humidum-Calidum,  Humidum-Frigidum,  Frigidum-Siccum
zu  erlangen;  derlei  Phantasien  könne  man  aber  einfach  nur
belächeln.  2  Averroes  meint,  dass  auch  unter  Ablehnung  solcher
unthunlicher  Annahmen  jene  den  Gestirnen  zugeschriebene
Wirkungen  ganz  wohl  zu  erklären  seien;  dieselben  seien  einfach ­
  aus  der  Bewegung  der  Gestirne  abzuleiten.  Diese  bringe
in  einem  dem  bewegten  Gestirne  nächstgelegenen  Stoffe  durch
heftige  auflösende  Reibung  ein  die  Humidität  verzehrendes
Calidum,  in  einem  entfernten  Stoffe  ein  Calidum  entgegengesetzter ­
  Art  hervor,  welches  das  Humidum  nicht  verzehrt
sondern  vielmehr  anzieht,  vergeistiget  und  im  Umkreise  sich
ausgiessen  macht  (Humidum  aerium);  in  einer  noch  entfernteren
Region  wirke  jene  Bewegung  ein  Humidum  frigidum,  indem
nämlich  in  Kraft  der  diesen  entfernten  Stoff  erreichenden  Bewegung ­
  derselbe  gleichfalls  noch  in  Bewegung  erhalten  aber
nicht  mehr  erwärmt  wird  (Humidum  aqueum);  der  unterste
Stoff  aber,  welcher  von  der  Bewegung  der  Sterne  überhaupt
nicht  mehr  afficirt  wird,  muss  in  seiner  Unbewegtheit  kalt
lind  trocken  bleiben  (Siccum  terreste).  Averroes  verwirft  also
1  Oporteret  habere  aliud  coelum  perpetmim  et  ineorruptibile,  quod  moveret
secundum  istas  qualitates,  eo  quod  omnis  motus  corruptibilis  exit  ab
aliquo  primo  motu  incorruptibilis.  L.  c.
2  Noch  weniger  Beachtung  schenkt  Albert  dem  fatalistischen  Sternglauben:
Quod  autem  magis  est  difficile,  est  scire  secundum  quam  naturam  sidera
habeant  fortunas  et  infortunia,  et  vires  ministrent  non  tantum  exortis  per
naturam,  sed  aliquando  et  factis  per  artem,  sicut  imaginibus  vel  vestibus
incisis  de  novo,  vel  aedifieiis  de  novo  factis  et  hujusmodi;  haee  enim
onmia  causis  mutabilibns  sunt,  et  esse  possunt  et  non  esse;  et  ideo
videtur,  quod  regimen  eorum  non  dependeat  ab  aliqua  natura  vel  virtute
stellarum.  L.  c.
            
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