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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 94. Band, (Jahrgang 1879)

nächst  folgenden  sechs  Stunden  den  Aspecten  der  übrigen  sechs
Planeten  einräumen  muss,  so  dass  er  erst  in  der  achten  Stunde
wieder  in  seine  volle  Herrschaft  über  den  ihm  gehörigen  Tag  eintritt,
  um  sie  in  den  nächstfolgenden  Stunden  wieder  mit  den  übrigen
Planeten  der  Reihe  nach  zu  theilen.  In  der  ordnungsmässigen
Aufeinanderfolge  dieser  Stundenherrschaft  fügt  es  sich,  dass  die
erste  Tagesstunde  des  nächstfolgenden  Tages  von  der  Sonne
behauptet  wird,  daher  der  ganze  Tag  nach  ihr  benannt  ist  und
deshalb  bei  allen  Völkern  Sonntag  heisst.  So  fügt  es  sich  dann
weiter,  dass  der  Mond  die  erste  Stunde  des  Montags,  Mars  jene
des  Dienstag,  Mercur  jene  des  Mittwochs,  Jupiter  die  des  Donnerstags, ­
  Venus  die  des  Freitags  beherrschen  muss,  und  am  darauf
folgenden  Tage  abermals  der  Saturn  in  die  Herrschaft  über  die
erste  Stunde  des  Tages  eintritt,  und  so  der  Kreislauf  der  neuen
Woche  mit  demselben  Wechsel  der  Tages-  und  Stundenherrschaften ­
  sich  wiederholt.  Die  Aerzte,  welche  um  die  Astronomie
sich  nicht  kümmern,  theilen  den  vierundzwanzigstündigen  Tag
nur  mit  Beziehung  auf  das  Anwachsen  und  Nachlassen  der
Sonnenwärme  in  vier  sechstiindige  Theile,  welche  sie  der  Reihe
nach  als  feuehtwarm,  warmtrocken,  trockenkalt  und  feuchtkalt
bezeichnen;  sie  kümmern  sich  aber  nicht  um  die  Zodiakalzeichen,
  deren  in  je  zwei  Stunden  eines  nach  dem  anderen  am
Himmel  aufgeht,  nicht  um  den  die  Stunde  und  den  Tag  beherrschenden ­
  Planeten,  beachten  somit  auch  nicht  die  Quartas
diei  et  noctis,  nicht  die  Horas  sanguinis,  cholerae,  phegmatis,
melancholiae.  Und  doch  sollten  alle  diese  Zeiten  und  Stunden
wohlgekannt  sein, 1  nicht  bloss  um  für  Aderlässe  und  andere
medicinische  Mittel  keine  unrichtige  Stunde  zu  wählen,  sondern
um  überhaupt  für  alle  Beschäftigungen  und  Verrichtungen  die
beste  und  heilsamste  Zeit  treffen  zu  können.  Baco  beklagt  die
1  Qualiter  cognoseuntur  infirmitates  penes  hujusmodi  conjunctiones  et
aspectus  eeteros  et  dignitates  planetamm,  egregie  designant  auctores
medicinae  et  praecipue  Hippocrates  in  libro  suo  de  alterationibus  corporum
Jmmanorum,  quae  eontingunt  ex  motu  lunae  suscipientis  conjunctiones
et  aspectus  eeteros  planetarum.  Et  Galenus  dicit  3  de  crisi  et  critieis
diebus  ....  atque  Haly  medicus  in  libro  de  regali  regimine  docet
praeclare,  quod  medici  indigent  consideratione  hujusmodi,  unde  ait,
medicina  eget  astronomia,  quae  medicaminibus  electis  utitur  temporibns
electis,  quibns  est  luna  bonis  et  felicibus  contemperata  planetis  et  eompetentibus
  figuris  zodiaci.  O.  c.,  p.  182.
            
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