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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 94. Band, (Jahrgang 1879)

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W  er  u  er.

selbsteigene  Bewegung  iu  entgegengesetzter  Richtung  durch
den  Zodiakalkreis  geht,  so  dass  im  Sternhimmel,  der  acht
Himmel  umfasst  (Fixsternhimmel  und  Planetensphären)  das
Reich  der  difformen  Bewegungen  sich  aufthut. 1  Albert  rückt
also  sowohl  den  neunten  als  auch  den  zehnten  Himmel  um
eine  Stufe  höher  hinauf  als  Baco, 2  welcher  von  einem  unbewegten ­
  klimmel  schlechthin  nicht  weiss,  und  die  beiden  obersten
Himmel  nur  nach  ihrem  Causalverhältniss  zu  den  Bewegungen
in  den  acht  übrigen  Himmeln  ins  Auge  fasst.  Auch  in  Bezug
auf  die  stoffliche  Beschaffenheit  der  obersten  Himmelskreise
gehen  Baco’s  und  Alberts  Ansichten  auseinander.  Bei  Albert
zeigt  sich  das  unverkennbare  Bestreben,  auch  in  dieser  Hinsicht
seine  Lieblingsidee  von  einem  durch  successive  Uebergänge
vermittelten  gradweisen  Abwärtsschreiten  von  einer  obersten,
ans  Geistige  grunzenden  vollkommensten  Stofflichkeit  bis  herab
zur  Materialität  der  sublunaren  Welt  durchzuführen;  die  Materie
des  Empyreum  ist  reiner  Lichtstoff,  jene  des  Coelum  aqueum
vom  Lichte  durchgeistete  flüssige  Materie, 3  im  Bereiche  des
Sternhimmels  beginnt  die  feste  Körperlichkeit  (Firmament);
insgemein  aber  habe  man  sich  die  gegensätzlichen  Beschaffenheiten ­
  der  himmlischen  und  irdischen  Materialität  aus  Fixirungen
  der  ursprünglichen  Diremtion  des  Grundstoffes  der
Weltbildung  in  eine  himmlische  und  irdische  Materie  zu
erklären. 4  Baco  kennt  keinen  Process  der  Weltwerdung,  und
1  Quat.  Coaeq.,  qu.  13,  art.  2  u.  3.
2  Albert  bleibt  sich  indess  hierin  nicht  vollkommen  gleich;  als  Commentator
  des  Aristoteles  (Metaph.  XI,  c.  2ö;  Coel.  et  Mund.  II,  tr.  2,  c.  6)
legt  er  dem  obersten  Himmel  eine  Bewegung  (motus  diurnus),  dem  neunten
Himmel  zwei  Bewegungen  (motus  diurnus  und  zodiaealis)  bei.
3  Coelum  aqueum  erit  in  sublirai,  kabens  subtile  pro  materia,  perspicuum
sive  diaphanum  pro  dispositione  materiali,  et  luminosum  pro  forma  complente.
  Quat.  Coaeq.,  qu.  12,  art.  1.
4  Aqua  bedeutet  nach  Albert  1.  c.  in  1  Mös.  1,  2  die  ursprüngliche  noch
ungeschiedene  chaotische  Materie:  Materia  illa  indeterminata  est  in  se
et  terminatur  ad  distinctam  formam  et  distinctum  locum  ....  Distinguitur
per  locum,  quando  lucem  divisit  a  tenebris  et  aquas  super  firmamentum
ab  illis  sub  firmamento  Cum  igitur  aqua  illa  in  se  habeat  contrarius ­
  differentias  sub  confusione  et  mixtura  ....  secundum  nobiliores
difforentias  elevabitur  sursum,  et  secundum  ignobiliores  descendet  deorsum.
Nobilissimae  autem  differentiae  sunt,  quae  competunt  quinto  corpori  non
transmutabiliter,  et  illae  sunt  tres:  .Subtile,  luminosum,  perspicuum.
            
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