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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 94. Band, (Jahrgang 1879)

Die  Kosmologie  und  allgemeine  Natnrlehre  des  Roger  Baco.

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begründete  sie  aus  der  Notbwendigkeit,  zwischen  den  in  der
Richtung  des  Aequinoctial-  und  Zodiakalkreises  statthabenden
Bewegungen  des  Himmels  zu  unterscheiden.  Da  aber  diese
beiden  Richtungen  generelle  Formen  der  den  acht  Himmeln
der  Alten  eignenden  Bewegungen  sind, 1  so  müssen  sie  auf
eine  von  diesen  besonderen  Bewegungen  unabhängige  Ursache
zurückgeführt  werden,  und  es  müssen  daher  zwei  besondere
Himmel  angenommen  werden,  deren  einer,  der  neunte  die  in
der  Richtung  des  Zodiakalkreises  statthabende  Bewegung,  der
andere,  der  oberste  oder  zehnte  Himmel  die  in  der  Richtung
des  Aequinoctialkreises  vor  sich  gehende  Richtung  normirt.
Der  neunte  und  zehnte  Himmel  entziehen  sich  der  sinnlichen
Wahrnehmung,  daher  die  physikalische  Weltlehre  der  Alten
nur  von  acht  Himmeln  wissen  konnte.  Indess  hat  bereits
Pythagoras  vom  Standpunkte  der  mathematischen  Weltbetrachtung ­
  zehn  Himmel  angenommen,  und  Aristoteles  die
pythagoräische  Ansicht  bloss  wegen  unklarer  Vermengung  der
mathematischen  und  physikalischen  Betrachtungsweise  zu  verwerfen ­
  sich  gedrungen  gefühlt.  Von  den  zehn  Himmeln  participiren
  nur  neun  an  der  Beschaffenheit  der  sogenannten  Natura
quinta,  d.  i.  der  von  den  vier  Elementen  verschiedenen  Artbeschaffenheit
  der  einfachen  himmlischen  Körperlichkeit.  Der
oberste,  zehnte  Himmel  deutet  schon  durch  seinen  Namen  an,
dass  ihm  eine  von  der  Natur  der  übrigen  neun  verschiedene
Körperlichkeit  zukomme;  daher  die  sogenannte  Natura  quinta
nicht  als  Natura  communis  der  Himmel  genommen  werden
kann.  Baco’s  philosophischer  Individualismus,  welcher  sich
gegen  die  Einartigkeit  der  himmlischen  Körperlichkeit  sträubt,
macht  sich  in  noch  weiter  gehender  Weise  in  Bezug  auf  alles

qui  est  diurnus  (ab  Oriente  in  occidentem);  secundus  qui  est  imaginum
et  stellarum  motus  ab  occidente  in  orientem  in  centum  annis  gradu  uno;
tsrtius,  quem  invenit  Thebit,  qui  dicitur  motus  accessionis  et  recessionis
capitis  arietis  et  librae  super  diametrum  8  graduum  fere,  qui  est  de
aquilone  ad  austrum  et  e  convcrso.  Für  diese  dritte  Bewegung  glaubte
nun  Thebit  das  Centrum  in  einem  neunten  Himmel  suchen  zu  müssen.
1  Baco  erweist  dies  von  den  in  der  Richtung  des  Zodiakalkreises  statthabenden ­
  Bewegungen  in  folgender  Art:  Sol  et  octava  sphaera  rapiuntur
per  orbem  signorura  sine  declinatione  ad  meridiem  vel  septemtrionem;
sphaerae  ceterorum  planetarum  moventur  circa  alios  polos  circulorum
declivorum  aliorum  ab  ipsis.  Commun.  Natur.  II,  pars  4,  c.  3.
            
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