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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 94. Band, (Jahrgang 1879)

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Werner.

hohen  Orte,  und  dass  sich  demzufolge  in  den  an  den  tiefen  Ort
gestellten  Becher  noch  etwas  Wasser  nachgiessen  lasse,  welches
er  an  den  hohen  Ort  getragen  nicht  mehr  fassen  würde.  Ein
anderes  Experiment,  welches  darauf  hinausläuft,  dass  das
Wasser  in  einem  Gefässe,  dessen  oberer  Mund  genau  geschlossen ­
  wird,  nicht  durch  eine  am  unteren  Theile  des  Gefässes
  gemachte  Oeffnung  abfliessen  könne,  weiss  Baco  aus
Unkenntniss  der  Gesetze  des  Luftdruckes  nur  durch  tictive
Annahmen  zu  erklären; 1  richtig  ist  bloss  seine  Bemerkung,  dass
nicht  der  Horror  vacui  der  Natur  das  Wasser  über  seinem
natürlichen  Orte  schwebend  erhalte,  weil  das  Vacuum  als  nicht
Existentes  keine  positive  Ursächlichkeit  eines  bestimmten
Statthabens  abgeben  kann. 2
Dieser  seiner  selbsteigenen  logischen  Regel  will  Baco
selbstverständlich  auch  dann  treu  bleiben,  wenn  er  die  Denknothwendigkeit
  der  sphärischen  Gestaltung  des  obersten  körperlichen ­
  Continens  daraus  begründet,  dass  jede  andere  Gestaltung
desselben  ein  die  Bewegung  desselben  hemmendes  Vacuum
involviren  würde. 3  Indess  gestaltet  sich  das  Vacuum  in  dieser
Begründung  zu  einer  Realität,  welche  der  Bewegungskraft
gleichmächtig,  ja  sogar  als  das  Mächtigere  gegenübersteht.
Wäre  das  oberste  Continens  nicht  sphärisch  gestaltet,  so  müsste
es  ein  ausserhalb  desselben  befindliches  Vacuum  geben,  und
dieses  müsste  die  Bewegung  des  obersten  Continens  hemmen.
1  Aqua  est  natura  quaedam,  et  habet  duos  respectus:  unus  est  ad  locum
suum  et  alium  habet  secundum  continuitatem  medii  naturalis,  ut  eam
salvet  cum  aliis  corporibus  naturalibus;  quod  non  faceret  si  descenderel,
eo  quod  aer  non  intraret  orificio  obstructo  ....  Prius  est  aqua  pars
universi,  et  magis  est  ei  essentiale,  quam  loeari  ab  aliquo  convenienti  et
circumscribi,  quia  potest  manere  aqua,  etsi  a  tali  convenienti  non  circumscribatur,
  sed  non  potest  manere  aqua,  si  non  fuerit  pars  universi.  Op.
tert.,  c.  io.
2  Vgl.  oben  S.  529,  Anm.  3.  Wohl  aber  kann  das  Nichtvorhandensein  des
Vacuum  als  logische  Folge  des  aus  positiven  Gründen  erklärten  Sachverhaltes ­
  erscheinen:  Non  est  ineonveniens,  quod  affirmationi  sit  annexa
negatio,  quih  omnis  affirmatio  habet  secum  infinitas  negationes  adjunctas;
ut  si  horno  est  animal,  non  est  lignum  nec  lapis  nee  coelum  nec  infinita
alia,  quae  negari  possunt  ab  eo.  Sed  primo  et  principaliter  non  potest
negatio  afferre  affirmationem,  nec  potest  esse  causa  ejus,  sed  potest
concomitari  ad  ejus  causam,  sicut  hic.  L.  c.
3  Siehe  oben  S.  530,  Anm.  1.
            
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