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Werner.
hohen Orte, und dass sich demzufolge in den an den tiefen Ort
gestellten Becher noch etwas Wasser nachgiessen lasse, welches
er an den hohen Ort getragen nicht mehr fassen würde. Ein
anderes Experiment, welches darauf hinausläuft, dass das
Wasser in einem Gefässe, dessen oberer Mund genau geschlossen
wird, nicht durch eine am unteren Theile des Gefässes
gemachte Oeffnung abfliessen könne, weiss Baco aus
Unkenntniss der Gesetze des Luftdruckes nur durch tictive
Annahmen zu erklären; 1 richtig ist bloss seine Bemerkung, dass
nicht der Horror vacui der Natur das Wasser über seinem
natürlichen Orte schwebend erhalte, weil das Vacuum als nicht
Existentes keine positive Ursächlichkeit eines bestimmten
Statthabens abgeben kann. 2
Dieser seiner selbsteigenen logischen Regel will Baco
selbstverständlich auch dann treu bleiben, wenn er die Denknothwendigkeit
der sphärischen Gestaltung des obersten körperlichen
Continens daraus begründet, dass jede andere Gestaltung
desselben ein die Bewegung desselben hemmendes Vacuum
involviren würde. 3 Indess gestaltet sich das Vacuum in dieser
Begründung zu einer Realität, welche der Bewegungskraft
gleichmächtig, ja sogar als das Mächtigere gegenübersteht.
Wäre das oberste Continens nicht sphärisch gestaltet, so müsste
es ein ausserhalb desselben befindliches Vacuum geben, und
dieses müsste die Bewegung des obersten Continens hemmen.
1 Aqua est natura quaedam, et habet duos respectus: unus est ad locum
suum et alium habet secundum continuitatem medii naturalis, ut eam
salvet cum aliis corporibus naturalibus; quod non faceret si descenderel,
eo quod aer non intraret orificio obstructo .... Prius est aqua pars
universi, et magis est ei essentiale, quam loeari ab aliquo convenienti et
circumscribi, quia potest manere aqua, etsi a tali convenienti non circumscribatur,
sed non potest manere aqua, si non fuerit pars universi. Op.
tert., c. io.
2 Vgl. oben S. 529, Anm. 3. Wohl aber kann das Nichtvorhandensein des
Vacuum als logische Folge des aus positiven Gründen erklärten Sachverhaltes
erscheinen: Non est ineonveniens, quod affirmationi sit annexa
negatio, quih omnis affirmatio habet secum infinitas negationes adjunctas;
ut si horno est animal, non est lignum nec lapis nee coelum nec infinita
alia, quae negari possunt ab eo. Sed primo et principaliter non potest
negatio afferre affirmationem, nec potest esse causa ejus, sed potest
concomitari ad ejus causam, sicut hic. L. c.
3 Siehe oben S. 530, Anm. 1.