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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 94. Band, (Jahrgang 1879)

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Werner.

Allgemcingiltigkeit  desselben  zulassen, 1  beleuchten  den  Unterschied ­
  zwischen  dem  Denkhabitus  des  mathematisch  gebildeten
Empiristen  und  des  logisch  geschulten  scholastischen  Peripatetikers.
  Die  singulären  Aussagen  über  Mögliches  lassen  nach
Scotus  nur  dann  einen  Schluss  auf  die  Allgemeingiltigkeit  desselben ­
  zu,  wenn  sie  nicht  an  einem  bestimmten  Jetzt  haften,
sondern  mit  Beziehung  auf  ein  indeterminirtes  Nunc  gelten,
weil  nur  für  diesen  Fall  eine  die  Allgemeingiltigkeit  aufhebende
incompossible  Singularität  aufgehoben  ist.
Mit  der  Atomenfrage  hängt  jene  vom  Vacuum  zusammen.
Aristoteles,  der  die  Atomisten  bekämpft,  verwirft  auch  die  mit
der  Atomenlehre  zusammenhängende  Annahme  des  leeren
Baumes,  in  welchem  die  Atome  sich  bewegen  sollen.  Baco
steht  natürlich  auf  der  Seite  des  Aristoteles,  und  erhärtet
durch  dialektische  Gründe  die  Undenkbarkeit  des  Vacuum. 2
Das  Vacuum  ist  seinem  Begriffe  nach  nichts  anderes,  als  die
dreifache  Dimension  des  Raumes  ohne  erfüllenden  Inhalt.  Das
Leere  als  solches  entbehrt  der  einigenden  Form,  demzufolge
müssten  alle  Theile  des  Vacuum  schlechthin  auseinander  sein;
da  nun  dieser  Theile  unendlich  viele  gedacht  werden  müssen,
so  wäre  damit  die  unendliche  actuelle  Vielheit  vorhanden,  und
damit  das  Unmögliche  wirklich.  Die  dreifache  Dimension  des
Raumes,  ohne  erfüllenden  Inhalt  als  existent  gedacht,  würde
aufhören,  ein  einer  substanziellen  Realität  anhaftendes  Accidens
zu  sein,  wäre  also  selber  Substanz,  und  zwar  zufolge  seiner
räumlichen  Ausdehnung  körperliche  Substanz;  damit  schlüge
der  Begriff  des  Leeren  in  jenen  des  Vollen  um,  zum  Beweise,
dass  das  Leere  als  existent  nicht  denkbar  ist.  Diese  Gründe
beweisen  die  Unmöglichkeit  eines  Vacuum  sowohl  innerhalb
der  wirklichen  Welt  als  auch  ausserhalb  des  äussersten  sie
umfangenden  Himmelskreises.  Aristoteles  gibt  speciell  noch
einen  Grund  an, 3  der  das  Vorhandensein  des  Vacuum  ausser-1

  Sentt.  II,  dist.  2,  qu.  9,  n.  25  f.
2  Op.  tert.,  c.  43.  —  Bezüglich  der  vom  Ernährungsprocesse  hergenommenen
Einwendungen  gegen  die  Verwerfung  des  Vacuum  siehe:  Psychologie  u.  s.  w.
des  Roger  Baco,  Sitzungsher.  XCIII,  S.  479  f.
3  Vgl.  Aristot.  Pliysic.  III,  p.  203  b,  lin.  28  ff.:  i'poc  *'•  x.a'i  eVui  ksvov  y.ai
-07:05  a^Eipo;,  xat  atopa  xueipov  sivai  avavxcifov  ■  ivosypxOx:  yap  7)  sivai  oüSev
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