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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 94. Band, (Jahrgang 1879)

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W  erner.

secundum  quodlibet  signum, 1  einerseits  richtig,  andererseits
unrichtig  sein  soll.  Mau  sagt,  er  soll  als  wahr  gelten,  wenn
er  sensu  compositivo,  als  unwahr  wenn  er  sensu  divisivo  genommen ­
  wird.  Er  ist  jedoch  auch  in  ersterem  Sinne  unwahr,
weil  er  auch  in  diesem  Falle  nicht  eine  blosse  logische  Denkmöglichkeit, ­
  sondern  ein  actuelles  Statthaben  ausdrückt. 2  Man
sagt  ferner,  der  bezügliche  Satz  sei  wohl  unwahr,  wenn  er  in
collectivem  Sinne  verstanden  werde,  in  divisivem  Sinne  verstanden ­
  sei  er  aber  richtig.  Die  hier  in  Anwendung  gebrachte
Unterscheidung  ist  logisch  ungereimt,  weil  das  sprachlich  im
Numerus  singularis  angezeigte  Signum  distributivum  sprachriehtig
  nicht  in  collectivem  Sinne  verstanden  werden  kann. 3
Man  sagt  endlich,  die  Richtigkeit  des  angeführten  Satzes  sei
durch  die  Stellung  des  Wortes  Possibile  in  demselben  bedingt;
stehe  Possibile  am  Anfänge  des  Satzes,  so  sei  derselbe  allerdings ­
  unrichtig,  richtig  aber,  wenn  Possibile  seine  Stellung  am
Ende  des  Satzes  habe:  Continuum  dividi  secundum  quodlibet
signum  est  possibile.  In  diesem  letzteren  Falle  soll  nämlich
ausgedrückt  sein,  dass  die  Theilung  des  Continuum  einer
successiven  Actualisirung  unterworfen  sei,  also  nicht  in  einem
gleichzeitigen  Simultanacte  sich  vollziehe.  Duns  Scotus  erwidert,
dass  die  sprachlich  logische  Fassung  des  Satzes  nicht  die
successive  niemals  zur  vollkommenen  Wirklichkeit  werdende
Theilung  des  Continuum,  sondern  vielmehr  den  irgend  einmal
in  der  That  vollkommen  actualisirten  Vollzug  der  Theilung  im
Auge  habe. 4  Allerdings  ist  kein  bestimmter  Moment  angedeutet,
in  welchem  die  vollkommen  actualisirte  Theilung  statthaben
soll,  er  wird  vielmehr  in  unbestimmter  Weise  involvirt;  dies
1  Bezüglich  des  Ausdruckes  Signum  vgl.  Duns  Scot.  Gramm,  spec.,  c.  6:
Dicitur  signum  per  rationem  signandi  vel  repraesentandi  aliquid  absolute.
2  Necesse  est  accipiendo  extrema  pro  eodem  tempore  vel  pro  alio,  quod
possibilitas  dicat  modum  compositionis  unientis  extrema.  Sentt.  II,  dist.  2,
qu.  9,  n.  23.
3  Nee  secunda  responsio  aliquid  valet,  quia  illa  non  habet  locum,  nisi
accepto  hoc  siguo  ,omnis‘  in  plurali,  sicut  ibi:  ,Omnes  Apostoli  Dei  sunt
duodecim 1 .  L.  c.
4  Iiesponsio  non  videtur  multum  logica,  quia  modus  compositionis,  puta
possibilitas,  non  videtur  posse  distribui  ad  plures  possibilitates  sive  impossibilitates
  pro  pluribus  instantibus  possibilibus  seu  incompossibilibus,
et  non  uotaretur  praedicatum  uniri  subjeeto  pro  aliquo  uno  iustanti.  L.  c.
            
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