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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 94. Band, (Jahrgang 1879)

Die  Kosmologie  und  allgemeine  Natnrlelire  des  Roger  Baeo.

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tlieilbaren  Mobile  aber  versteht  es  sich  von  selbst,  dass  es
nicht  ratione  partium  suarum,  sondern  nur  ratione  spatii  in
einer  getheilten  Beziehung  zu  den  genannten  beiden  Terminis
sicli  befinden  könne.  Unter  Berufung  auf  die  Auctorität  des
Aristoteles  1  wendet  man  ferner  ein,  dass  die  Bewegung  eines
in  einem  indivisiblen  Punkte  locirten  Engels  die  denkunmögliche ­
  Annahme  involviren  würde,  dass  die  Bewegungslinie  desselben ­
  aus  lauter  untheilbaren  Punkten  zusammengesetzt  wäre. 2
Es  handelt  sich  hier  darum,  dasjenige,  was  zum  Behufe  des
Motus  continuus  gehört,  von  demjenigen  zu  scheiden,  was  nicht
dazu  gehört.  Sicher  befindet  sich  das  untheilbare  Bewegte  in
jedem  Momente  der  Bewegung  in  einem  seiner  geistigen  IJnausgedelmtheit
  entsprechenden  indivisiblen  Punkte,  und  somit
in  einem  Spatium  sibi  aequale.  Damit  verträgt  sich  jedoch
recht  wohl  dies  Andere,  dass  er  in  jedem  Momente  der
Bewegungsdauer  in  einem  anderen  Theile  des  tlieilbaren  empirischen ­
  Raumes  sich  befinde.  Das  einen  untheilbaren  Punkt
als  Raum  Einnehmende  durchschreitet  ja  im  Beginne  der  Bewegung ­
  nicht  den  Raum,  welchen  es  selber  einnimmt,  weil
dieser  zufolge  seiner  absoluten  Unausgedehntheit  überhaupt
kein  Durchschrittenwerden  zulässt,  3  daher  das  Argument  nicht
zulässig  ist,  es  werde  hier  dem  von  Aristoteles  aufgestellten
denknothwendigen  Satze  widersprochen,  dass  das  Bewegte  zuerst ­
  denselben  Raum,  oder  einen  geringeren  Raum,  als  der
von  ihm  eingenommene  Raum  ist,  zurücklegen  müsse,  ehe  es

1  Pliysic.  VI,  p.  241a,  lin.  8  ff.
2  Vgl.  Baco  Op.  tert.,  c.  46:  Praesens  erit  angelus  cuilibet  indiviaibi  sieut
punctus  Accidereut  duo  ineonvenientia,  quod  minimum  spatiura
non  transiret,  quia  infinita  sunt  puncta  in  quolibet,  et  quod  quantitas  sit
ex  punctis.
3  Pertransiri  potest  accipi  pro  transitione  indivisibilis  vel  divisibilis.  Si
indivisibilis,  falsa  est  propositio,  si  intelligatur,  quod  ante  omne  pertransire
  majus  universaliter  pertranseat  indivisibile  aequale.  Tune  enira  oporteret
  concedere,  quod  esset  dare  primani  rautationem  in  motu  locali,
quod  etiam  nec  ipsi  perversores  Aristotelis,  non  expositores,  dicentes,
ipsum  retractare  quod  dieit  in  6  Pliysic.,  possuni  rationabiliter  dicere,
quod  in  8  Pliysic.  contradieit  sibi  ipsi.  Non  ergo  oportet,  quod  omnem
transitionem  suceessivam,  quae  est  major  ipso  mobil!,  praecedat  pertransitio
  indivisibis.  L,  c.,  n.  39.
            
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