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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 94. Band, (Jahrgang 1879)

Die  Kosmologie  und  allgemeine  Naturlehre  des  Roger  ßaco.

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Actioneu  der  Engel  für  unanwendbar  zu  erklären,  und  fordert
daher,  dass  wir  uns  beim  Denken  über  die  Verhältnisse  der
geistigen  Welt  aller  unserer  Vorstellungen  von  Zeit  und  Raum
entäussern.  1  Er  bedient  sieh  der  aristotelischen  Sätze  über
Zeit,  Raum  und  Bewegung  einzig  zu  dem  Ende,  um  mittelst
derselben  zu  zeigen,  dass  sie,  auf  körperlose  Wesen  angewendet,
in  unlösliche  Widersprüche  verwickeln.  Er  stellt  somit  auch
eine  an  die  Succession  der  Zeit  gebundene  räumliche  Bewegung ­
  des  Engels  in  Abrede.  Duns  Scotus  ‘ 2  seinerseits  behauptet ­
  die  Möglichkeit  einer  solchen  Bewegung,  und  deducirt
sie  daraus,  dass  der  Engel  seinem  Wesen  nach  einer  bestimmten
Ubification  fähig  ist,  ohne  zugleich  das  Vermögen  einer  unbegränzten
  Ubification  zu  haben,  da  er  nicht  gleich  Gott  ein
Ens  immensum  ist.  Er  nimmt  daher  die  von  Baco  in  blosse
Vorstellungen  unseres  imaginativen  Denkens  umgedeuteten  Bewegungen ­
  der  Geister  und  Seelen  als  wirkliche  Bewegungen,
und  erklärt,  dass  es  des  Engels  nicht  unwürdig  sei,  eine
Perfection  an  sich  zu  haben,  welche  im  Range  niederer  als
sein  Wesen  steht. 3  Auch  sei  es  unrichtig  zu  meinen,  dass
der  Engel  als  ein  Ens  indivisibile  eines  Motus  continuus  nicht
fähig  sei.  Baco  setzte  die  doppelte  Alternative,  dass  der  Engel
in  einem  untheilbaren,  oder  in  einem  theilbaren  Raumpunkte
ubicire,  und  fand,  dass  im  ersteren  Falle  gar  keine  Bewegung,
in  letzterem  Falle  wohl  eine  Bewegung  aber  keine  Ortsvertauschung ­
  gedacht  werden  könnte,  weil  ein  divisibler  Raumpunkt ­
  überhaupt  nicht  als  wirklicher  Ort  des  indivisiblen  Ens
gedacht  werden  könne.  Duns  Scotus  lässt  die  letztere  Alter-1

  Aristoteles  tlicit,  quod  omnis  intelfectus  noster  est  cum  continuo  et
tempore,  quia  nihil  primo  aspectu  concipimus  nisi  quanta,  ut  quae  quantitate
  continua  mensurantur  intrinseca,  quae  est  trina  dimensio,  et  quae
quantitate  extrinseca  extenduntur,  ut  sunt  temporalia  quae  sub  tempore
cadunt.  Et  ideo  spiritualia  et  permauentia  in  suo  esse  invariabili  non
percipimus  primo  mentis  intuitu,  nee  aliquo  modo,  nisi  quando  abstraxerimus
  animum  a  corporalibus  et  transiverimus  haec.  Op.  tert.,  c.  61.
2  Sentt.  II,  dist.  2,  qu.  9.
3  Angelus  habet  intellectionem,  quae  est  perfectio  potentiae  intellectivae  et
tarnen  tarnen  intellectio  est  simpliciter  ignobilior  sive  imperfectior  natura
augelica;  et  ita  potest  coneedi  de  ubi  vel  praesentia  corporali  cum  angelo
quod  sit  aliqua  perfectio  augeli.  L.  c.  n.  9.
            
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