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Werner.
die höchste Einfachheit, die ihn zum Innerlichsten macht, mit
der Alles continirenden Unermesslichkeit; an der ersteren dieser
beiden Eigenschaften vermochten die Engel, an der letzteren
die Körperwelt zu participiren. Die vornehmste und höchste
aller körperlichen Continenzen ist das Empyräum, und darum
der den Engeln angemessene Ort. Bonaventura dachte wohl
nicht daran, dass die Idee des Empyräums als Ortes der
seligen Geister eine Umbeugung der räumlichen Körperlichkeit
in die centrale Innerlichkeit der Schöpfung involvire, und an
die Stelle der abstract allgemeinen Vorstellung eines obersten
und äusseren Weltkreises die concretisirte Idee einer unermesslichen
Fülle lebendiger Geister als activer Raumfassungen
treten müsse. Diese Idee ist nun allerdings mit der geocentrischen
Weltansicht des Mittelalters nicht mehr in Einklang
zu bringen, und darum die Abthuung dieser eine der Erhebung
über die Versenktheit des scholastisch-antiken Denkens in die
objective Wirklichkeit parallel gehende Geistesthat. Thomas
Aq. 1 behauptet wohl mit Alexander und Bonaventura, dass der
Engel als geschaffenes Wesen definitive in loco sei, stellt aber
entschieden in Abrede, dass er vom Raume umschlossen werde,
lässt also die räumliche Location desselben nur in äquivokem
Sinne gelten, da er nicht ein Wesen von dimensiver Quantität,
seine Quantität vielmehr eine rein virtuelle sei; daraus folgt,
dass der Engel zum Raume, wie auch die Menschenseele zum
Leibe, sich nicht als Contentum, sondern vielmehr als Continens
verhalte — ein Gedanke, der bei Thomas freilich nur sehr
beziehungsweise zur Geltung kommt, aber jedenfalls von denkwahrer
Apperception des Sachverhaltes zeugt. Gleichwohl wurde
die thomistische Ansicht als eine solche, welche das Wesen
des Engels ausserräumlich fasse, vom Pariser Bischöfe Stephan
Tempier censurirt (1270), und Duns Scotus 2 säumt nicht,
dieselbe unter Berufung auf diese Censur einer kritischen
Widerlegung zu unterziehen. In Wahrheit hatte indess Thomas
nicht die Ausserräumlichkeit, sondern die Ueberräumlichkeit
des Wesens des Engels gemeint, so dass die ihm zur Last
gelegte schroffe Trennung zwischen ausserräumlichem Wesen
1 1 qu. 52, art. 1.
2 Sentt. II, dist. 2, qu. 6 (Op. Oxon.).