Die Kosmologie und allgemeine Naturlehre des Roger Baco.
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mit der Idee des Universums stehe. 1 Man könnte hierin in
dem mitunter von wunderbaren geistigen Anticipationen zukünftiger
physikalischer Entdeckungen ergriffenen Baco eine
visionäre Ahnung der Unhaltbarkeit des geocentrischen Weltsystems
erkennen wollen. Aber diese Ahnung ist bei ihm nur
schwacher Dämmerschein und etwas rein Vorübergehendes;
sein directes Interesse ist nur darauf gerichtet, die geistige
Wesenheit von der Einengung in die Gränzen der sinnlichen
Räumlichkeit zu emancipiren. Bonaventura 2 fasst den Raumort
unter dem dreifachen Gesichtspunkte eines Continens, Mensurans
und Salvans, schiebt also zwischen die Auffassungen des Raumes
als eines Continens und Salvans, auf welche wir bei Baco und
Alexander stiessen, eine dritte ein, jene des Mensurans. Alle
geschöpflichen endlichen Existenzen befinden sich im Raume
als Continens, den körperlichen Substanzen ist der Raum überdiess
Mensurans, den corruptiblen Körpersubstanzen zugleich
auch Locus salvans. 3 Die Engel müssen von einem räumlichen
Continens umfasst sein, weil sie sonst in keinem geordneten
Verhältniss zu einander und zum Universum, dem sie angehören,
stehen könnten. 1 Auch widerspricht es ihrem Wesen
nicht, einer Vollkommenheit zu entbehren, welche der körperlichen
Creatur zukommt; denn Gott hat ihnen eben jene Art
von Vollkommenheit zugetheilt, deren sie ihrem Wesen nach
empfänglich sind. Gott einiget als ungeschaffener Geist in sich
1 Universitas rerum non requirit continentiam unius per aliud. Nam si res
ereatae essent ita, ut nulla aliam circumdaret, adhuc esset Universitas,
et tarnen nulla continentia. Op. tert., c. 47.
2 Sentt. II, dist. 2, pars 2, art. 2, qu. 1.
3 Der Locus salvans und mensurans ist für die vom sinnlichen Raume
continirten Engel etwas Geistiges: Angeli habent locum spiritualem eonservaiitem
seil. Dei virtutem, locum mensurantem sive circumscribentem
propriae substantiae virtutis limitationem sive clausionem, locum vero
continentem non tantum spiritualem sed etiam corporalem. L. c.
4 In solo corpore est distinctio seeundum hie et ibi. Quia enim caeterae
creaturae ordinem habent in mundo, distinctionem et positionem habent
seeundum gradus perfeetionum, et una est hic et alia ibi, una sursum
et alia deorsum; et quia in solo corpore est potentialis distinctio seeundum
hic et ibi, ideo inter creaturas soli corpori debet dari universalis potentia
locandi, et respectu visibilium et invisibilium; ut sic Universum esset
unum in omnibus suis partibus ordinatum. L. c.