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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 94. Band, (Jahrgang 1879)

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Werner.

Lehrstühle  durch  die  Mendicantenorden  zurück;  denn  in  den
theologischen  Werken  der  Lehrer  dieser  Orden  findet  sich
jene  Aufstellung  durch  eine  andere  davon  völlig  verschiedene
ersetzt,  die  Illocalität  der  Engel  wird  einfach  abgeworfen.
Allerdings  findet  sich  bei  Baco’s  Ordensgenossen  Alexander
Halesius  noch  die  zuvor  an  Baco  gerügte  äusserliche  Nebeneinanderstellung ­
  der  Geistigkeit  und  der  activen  Raumfassung,
die  eine  wesentliche  Proprietät  der  geistigen  Wesenheit  als
solcher  ist.  Gott  besitzt  seiner  Natur  nach  —  sagt  Alexander  1
—  die  zwei  Eigenschaften,  dass  er  Omnia  continens  und  dass
er  allüberall  ist.  Die  zweite  der  beiden  Eigenschaften  ist  an
sich  incommunicabel,  die  erstere  vermag  Gott  nur  an  die
körperliche  Creatur  mitzutheilen,  mit  dem  Unterschiede  jedoch,
dass  dasjenige,  was  Gott  in  ungetheilter  Unendlichkeit  eigen
ist,  der  körperlichen  Creatur  nur  in  getheilter  Endlichkeit  und
zwar  nach  der  Rangverschiedenheit  der  Körper  mehr  oder
weniger  zu  Theil  werden  kann.  Der  Himmel  hat  per  eminentiam
an  jener  göttlichen  Eigenschaft  Theil,  daher  er  sogar  zum  Orte
der  Engel  wird,  aber  freilich  nicht  zufolge  seiner  Natur  als
Körper,  sondern  zufolge  dessen,  dass  es  ihm  von  Gott  verliehen ­
  ist,  alles  Geschaffene  zu  continiren.  Man  begreift,  dass
Baco 2  durch  diese  Auskunft  sich  nicht  befriediget  finden  mochte,
ja  gerade  durch  sie  auf  seine  Behauptung  einer  absoluten  Uloealität
  der  Engel  hingetrieben  wurde;  gegenüber  der  auf  die
Behauptung  der  Denknothwendigkeit  eines  höchsten  körperlichen ­
  Umschlusses  des  Weltganzen  hindrängenden  Anschauung
Alexanders, 3  die  er  von  der  sinnlichen  Imagination  beherrscht
erklärt,  besteht  er  darauf,  dass  das  Continirtwerden  des  Einen
im  Anderen  in  gar  keinem  denknothwendigen  Zusammenhänge

1  Summ,  theol.  II,  qu.  32.
2  Bezüglich  seines  Urtheiles  über  Alexanders  Summa  theologica  siehe:
Psychologie  etc.  des  Roger  Baco.  S.  500,  Anm.  1.
3  Vgl.  Alexander  Summa  theologica,  1.  c.:  In  corporibus  videmus,  quod
contenta  corpora  sunt  possibilia  respectu  continentium  et  per  continentiam
  terminantur.  Unde  ipsum  continens  est  corpus  superius;  seeundum
quod  dicimus,  quod  aqua  continet  terram,  aer  aquam,  ignis  aerem,  coelum
omnia  elemeuta;  et  ponimus  etiam  ipsa  corpora  superiora,  prout  sunt
oontinentia,  esse  sicut  species  respectu  inferiorum.  Unde  in  corporalibus
semper  ponimus  aliquam  formalem  naturain  ex  parte  coutinentis.
            
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