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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 94. Band, (Jahrgang 1879)

Die  Kosmologie  und  allgemeine  Naturlehre  des  Koger  Baeo.

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schlossen  sein.  Durch  diese  von  ihm  angenommene  absolute
AuSserräumlichkeit  sieht  sich  Baco  in  Schwierigkeiten  verwickelt,
von  welchen  er  selber  gesteht,  dass  er  sie  nicht  zu  lösen  vermöge. ­
  Denn  mit  der  absoluten  Ausserräumlichkeit  der  Geister
verträgt  sich  nicht  die  ihnen  als  Boten  Gottes  in  der  Bibel
beigelegte  Bewegung  im  Baume.  Man  könne  wohl,  bemerkt
Baco,  1  dem  Buche  de  Causis  gemäss  die  Auskunft  treffen,
dass  der  in  seinem  Wesen  unbewegte  ausserräumliche  Engel
vermöge  seiner  Wirksamkeit  an  einem  bestimmten  Orte  anwesend ­
  sei  und  von  einem  Orte  zum  anderen  sich  bewege.
Dann  aber  muss  wieder  die  Frage  aufgeworfen  werden,  ob
ihm  hiemit  nicht  das  Vermögen  einer  geistigen  Allgegenwart
und  somit  gleich  Gott  eine  Potentia  infinita  zuerkannt  werde.
Die  letztere  Consequenz  wurde  von  Baco  zurückgewiesen;  wäre
der  Weltraum  unendlich,  so  würde  der  Engel  nicht  allüberall
zugleich  gegenwärtig  sein  können,  weil  er  ein  Wesen  finitae
potentiae  ist.  Damit  ist  aber  indirect  zugestanden,  dass  er  in
einer  endlichen  Welt  allüberall  gegenwärtig  sein  könne.  Der
Unterschied  seiner  Allgegenwart  von  jener  Gottes  besteht  nach
Baco  nur  darin,  dass  der  Engel  sozusagen  nur  negativ  allüberall ­
  gegenwärtig  ist,  sofern  es  für  ihn  als  Geist  überhaupt
keine  Entfernung  gibt,  Gott  aber  als  Continens  omnia  et  singula
per  praesentiam  majestatis  affirmativ  allgegenwärtig  ist.  Diese
seltsame  Distinction  beweist,  dass  Baco  der  Begriff  des  Geistes
fehlt;  der  Geist  ist  nicht  ein  unräumliches,  sondern  ein  überräumliches ­
  Wesen,  und  der  Begriff  Gottes  als  des  absoluten
Continens  ergibt  sich  aus  seiner  absoluten  Ueberräumlichkeit.
Die  rein  negative  Fassung  der  Unräumlichkeit  des  Geistes
macht  denselben  zu  einem  leeren  Gedankendinge;  und  Baco
fasst  die  Potentia  infinita  Gottes,  aus  welcher  er  Gottes  positive
Allgegenwart  ableitet,  rein  äusserlich  auf,  wenn  er  sie,  statt
sie  aus  der  absoluten  Geistigkeit  Gottes  abzuleiten,  neben  dieselbe ­
  als  eine  besondere  Eigenschaft  des  göttlichen  Seins  und
Wesens  hinstellt.  Baco  bezeichnet  die  Distinction  zwischen
negativer  und  positiver  Allgegenwart  des  Geistes  als  eine  Aufstellung ­
  Pariser  Theologen.  Wie  sonst  so  häufig,  greift  er  auch
in  diesem  Punkte  auf  die  Zeit  vor  der  Besetzung  der  Pariser

1  Op.  cit.,  c.  49.
            
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