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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 94. Band, (Jahrgang 1879)

Werner.

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des  Schöpfers  bezeichnet,  so  steht  dies  im  entschiedenen  Gegensätze ­
  zu  der  mit  dem  Formbegriffe  des  Aristoteles  vergesellschafteten ­
  Naturtheologie  desselben,  welche  die  Hervorbringung
der  höheren  vollendeten  Form  als  das  Ziel  der  Strebethätigkeit
  der  Natur  bezeichnet.  Wie  sehr  immerhin  bei  Aristoteles
das  irdische  Geschehen  durch  himmlische  Einwirkungen  bedingt
ist,  so  führt  ihn  doch  eine  gewisse  poetisch-sinnige  Auffassung ­
  des  Naturdaseius  dahin,  in  die  sublunarische  Weltsphäre ­
  schaffende  Antriebe  göttlicher  Art  und  Natur  zu  verlegen,
welche  die  ihm  mangelnde  philosophische  Idee  der  Naturlebendigkeit ­
  ersetzen.  Baco  weiss  wohl  von  Naturgeheimnissen
und  Naturwundern,  es  fehlt  ihm  aber  trotzdem  an  dem  Sinne
für  eine  lebendige  Auffassung  der  Natur;  der  Hunger  der
Materie  nach  der  Form  ist  kein  geeigneter  Ansatz  für  eine
aus  dem  gebildeten  Formensinne  hervorgegangene  Belebung
des  Naturgedankens,  und  die  fast  ans  Fatalistische  anstreifende
Bedingtheit  des  irdischen  Geschehens  durch  die  siderischen
Causalitäten  ist  eher  danach  angethan,  den  letzten  Schein  einer
poetisch  lebendigen  Auffassung  der  Erdnatur  zu  zerstören.  Weit
mehr  Sinn  hat  Baco  für  die  auf  die  Beachtung  der  Maass-  und
Zahlverhältnisse  der  Natur  gegründete  musikalische  Auffassung
der  kosmischen  Wirklichkeit  als  eines  grossen  Tonwerkes  voll
wunderbarer  Harmonien,  in  dessen  Idee  in  der  That  die
Weltbetrachtung  seines  vorherrschend  mathematisch  gebildeten
Denkens  gipfelt.
Gibt  sich  Baco  nach  dieser  Seite  als  scholastischer  Neupythagoräer
  zu  erkennen,  so  tritt  im  Gegensätze  hiezu  bei
Albert  eine  unverkennbare  Hinneigung  zu  platonischen  Anschauungen ­
  hervor,  die  ihm  ihrerseits  wieder  den  Anhaltspunkt ­
  zu  einer  entschiedeneren  Betonung  des  Formprincipes
der  aus  Materie  und  Form  zusammengesetzten  Substanzen  darbieten, ­
 1  so  dass  das  Wesen  des  Dinges  eigentlichst  durch

1  A  substantia  composita  per  formara  materiam  continentem  et  terminantem
fluunt  virtutes  in  materia,  et  ab  ipsis  causantur  formae  accidentales  in
composito.  Et  ideo  quaedam  istarum  i'ormarum  sequuntur  formam  sicut
potentiae  naturales,  quaedam  autem  sequuntur  materiam  sicut  impotentiae,
et  quaedam  causantur  a  passionibus  vel  actionibus  subjecti  sic  constituti.
Metaph.  VII,  tr.  5,  c.  10.
            
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