Die Kosmologie und allgemeine Naturlehre des Roger Baco.
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erklärbar, weil sie eben nur dynamische, nicht aber formgebende
Einflüsse sind. Baco weist auf die göttliche Wirkungsursache
als Causa exemplaris der geschöpflichen Dinge hin;
aber er zeigt uns nicht, wie die urbildlicho göttliche Wesenheit
im irdischen Stoffe sich abbilden könne, seine Aeusserungen
und Gedankenentwickelungen zielen vielmehr sämmtlich
darauf ab, ersichtlich zu machen, dass die göttliche Wesenheit
sich im Stoffe nicht wahrhaft abg’o st alten könne, am allerwenigsten
im irdischen Stoffe, von dessen Besonderungen keine
einzige ihre Form bleibend festzuhalten vermag. 1
Die auffällige Zurückdrängung des speculativen Formbegriffes
bei Baco steht in einem unverkennbaren Zusammenhänge
mit seinem philosophischen Individualismus, der aber
nicht so weit durchgebildet ist, dass Baco den peripatetischen
Begriff der Form schlechthin abzuwerfen wagte. Er extenuirt
ihn vielmehr nur in so weit, dass ihm vor jenem des Materialprincipes
nur in logischer Beziehung der Vorzug umfassenderer
Allgemeinheit bleibt, während in der coucreten Wirklichkeit
Stoff und Form in Bezug auf ihren Umfang sich völlig decken,
so dass es eben so viele Materien als Formen gibt, und die
Zahl beider der Zahl der im Zusammensein beider bestehenden
Substanzen gleichkommt. Darum gilt ihm der Irrthum, dass
es nur Eine Fonn der Dinge geben könne, für eben so gross
und verabscheuungswürdig, wie jener, dass es nur Eine Materie
aller Dinge gebe; ja es hat den Anschein, als ob Baco beabsichtiget
hätte, seine Weltlehre mit vorzugsweiser Rücksicht
auf jene beiden Grundirrthümer zu entwickeln, und als die
durch den Ausschluss derselben von selbst sich ergebende
normale und kirchlich correcte Anschauung von den Weltdingen
darzustellen. Damit versetzt uns Baco in die geistigen
Zustände der ersten Jahrzehnte seines Jahrhunderts zurück,
in welche die kirchliche Verurtheilung und nachfolgende eifrige
1 Forma (rerum naturalium) non potest esse nisi causa prima, quae est
principium formale et principium efficiens et ultimus finis rerum omnium
tarn naturalium quam non naturalium; nec tarnen est sub hac forma
materiae naturalis perfcctiva, nec pars naturalium, nec eas aliquo modo
informans. Sed est forma exemplaris, dirigcns naturam in sua operatione,
quia essentia divina idealis omnis naturae non solum est exemplar omnium,
sed artifex. L. c.