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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 94. Band, (Jahrgang 1879)

Die  Kosmologie  und  allgemeine  Naturlehre  des  Roger  Baco.

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die  Worte  des  Aristoteles  nicht  richtig,  1  scheint  also  selber
durch  eine  unrichtige  Uebersetzung  irregeführt  worden  zu
sein;  Aristoteles  sagt  im  Gegensätze  zu  Baco,  dass  aus  zwei
potenziell  seienden  Dingen  ein  wahrhaftes  Unum  hervorgehen
könne,  wenn  die  Kraftthätigkeiten  (vnslv/daC),  durch  welche
die  Scheidung  in  zwei  actu  verschiedene  Dingo  zu  verwirklichen ­
  wäre,  nicht  vorhanden  seien.  Wenn  nun  aber  diese
Eutelechien  augenscheinlich  die  Formprincipien  der  beiden  actu
geschiedenen  Dinge  sind,  so  folgt  aus  der  angezogenen  Stelle
in  der  That  der  von  Baco  bestrittene  Satz,  dass  die  Form  das
Theilende  d.  h.  das  generische  Sein  Specificirende  sei;  und  es
wird  daher  gegen  das  diesen  Satz  bestätigende  Glossem  des
Thomas  Aquinas-  zu  den  bezüglichen  Worten  dos  Aristoteles
sich  kaum  etwas  einwendon  lassen.  Baco  muss  selber  zugestehen, ­
  dass  Aristoteles  in  seiner  Physik  ausdrücklich  lehre,
Alles  sei  der  Materie  nach  Eines,  der  Form  nach  aber  verschieden; ­
 3  dies  erhalte  jedoch  seine  richtige  Beleuchtung
durch  die  in  der  Metaphysik  vorgetragene  Lehre,  1  dass  dasjenige ­
  dem  Genus  nach  verschieden  sei,  was  seiner  Materie
nach  verschieden  ist,  und  umgekehrt,  was  dem  Genus  nach
Eins  ist,  auch  der  Materie  nach  Eins  sei.  Damit  sei  nichts

1  Der  richtige  Text  des  Aristoteles  lautet:  äBuvaxov  yap  oum'av  ä?  ouoiajv
Etvai  i'iur.apyouaw'i  cb;  ivrAsyela  •  xd  ydp  ovo  ouxw;  ivzzXzyjla  OVOETOTE  sv
evxe\e%zla,  äXX’  sdv  SuvapEi  Bio  ij,  Eaxai  ev,  oiov  rj  BuiXaai'a  Ez  Biio  iqjiuEtov
ouvzuei  ys  ■  -ij  ydp  EvxsXs'yy.a  yiopii^Ei.  Metaph.  VI,  p.  1039  a,  lin.  3  ff.
2  Duo  dimidia  unius  liueae  —  bemerkt  Thomas  als  Glossator  der  Stelle
in  voriger  Anmerkung  —  sunt  in  potentia  in  ipsa  linea  dupla,  quae  est
una  in  actu.  Et  hoc  ideo,  quia  actus  habet  virtutem  separandi  et  dividendi.
  Unumquodque  enim  dividitur  ab  altero  per  propriam  formam.  L.  c.
3  Vgl.  Physic.  I,  p.  190a,  lin.  14  ff.:  Bei  ti  asi  üirozEidSai  xb  yiyvopEVov,
zai  xouxo  ei  zai  apiO|j.ff>  iaxiv  ev,  äXX’  e"8ei  ys  oOy  ev  ■  —  Physic.  IV,
p.  217b,  lin.  2t  ff.:  rjjjLEn;  Be  ÄsyouEV  ez  t<ov  üm>ZEi|J.=viov  oti  Iaxiv
ilXr)  [j.ia  tojv  Evavxi'iov,  OEppou  zai  tuypou  zai  TU)7  dXXtov  xojv  yuoiziöv
EvavxiiüdEtüV,  zai  ev  oovap-Ei  bvxo:  EVEpysla  ’ov  yivsxai,  zai  ob  yyop’.axrj  pev
rj  8X7),  xu>  3’  Eivai  sxspov,  zai  p!a  toi  apiOp.iT>,  ei  Exuy  e,  ypoix;  zai  ÖEppou
zai  i'jypoj.
4  IY'/o;  XsyExai  .  ...  i'o  pkv  zaxd  ys’vsatv  auveyi)  xou  avxou  s’ioo'j;,  xb  Be  zaxd
xb  -pöxov  zivijaav  by.oEioi;,  xb  tb;  8Xtj  ....  l’xEpa  ol  xb  yivsi  /.Eysxai  iTjv
ETEpov  xb  “plOTOV  VXOZEfo.EV0V  ....  O'.OV  XO  siOO;  zai  7j  8Xr;  EXEpOV  Xp)  yEVEE,
zai  oaa  zaO’  ETEpov  ayfjpa  zanjyopia;  xou  bvxo;  XsyExa’..  Metaph.  IV,  p.  1024b,
lin.  6  ff.
            
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