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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 94. Band, (Jahrgang 1879)

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Werner.

Materie  anlangt,  welche  im  Unterschiede  von  der  für  alle
irdischen  Formen  empfänglichen  Materia  prima  der  irdischen
Körperlichkeit  nur  zur  Reception  einer  einzigen  Form  geeignet
ist;  diese  engst  determinirte  Materie  ist  der  Zeugungssame,
aus  dem  sich  nur  ein  Wesen  einer  einzigen  bestimmten  Art
entwickeln  kann.  Demgemäss  kann  Albert  allerdings  der  Behauptung ­
  Baco’s  zustimmen,  dass  die  Materie  eines  bestimmten
Lebewesens,  z.  B.  eines  Pferdes,  nicht  dieselbe  wie  jene  des
Menschen  sein  könne.  Er  weicht  aber  grundhaft  von  Baco
ab,  wenn  er  der  Materie  den  Charakter  eines  generischen
Seins  zutheilt, 1  dessen  specificirende  Determinationen  in  den
Formprincipien  gegeben  sind. 2  Demgemäss  fallen  bei  ihm
nicht,  wie  bei  Baco, 3  die  Eintheilungen  der  Materie  und  der
Form  in  Eins  zusammen,  sondern  jene  der  Materie  hält  sich
bei  ihm  weit  mehr  im  Generellen,  und  er  kennt  im  Bereiche
der  irdischen  Körperlichkeit  ausser  der  Materia  prima,  welche
in  den  Elementarkörpern  diversificirt  ist,  nur  noch  drei  Arten
von  Materien,  welche  den  drei  Hauptarten  der  aus  der
elementarischen  Materie  gebildeten  Körper  in  aufwärts  steigender ­
  Stufenfolge  entsprechen:  Materia  mixta,  complexionata,
organizata. 4  Nach  Baco  muss  es  aber  eben  so  viele  Materien
als  Formen  geben,  weil  jede  Form  ihre  besondere  Materie
fordert  und  umgekehrt.  Man  hat  diesen  Meinungsgegensatz
zwischen  Baco  und  den  von  ihm  bekämpften  christlichen  Peripatetikern
  schliesslich  wohl  aus  einer  verschiedenen  Auffassung
der  creativen  Thätigkeit  Gottes,  so  wie  weiter  auch  noch  daraus
zu  erklären,  dass  Baco,  wie  in  der  intellectiven  Thätigkeit

'  Licet  genus  sit  universalis  forma,  tarnen  intentio  ejus  respondet  materiae
in  rebus,  et  unitas  ejus  respondet  unitati  generis.  L.  c.
-  So  sagt  er  von  der  Materie  der  sublunarischen  Dinge:  Omnium  autem
generabilium  et  corruptibilium  materia  est  una  Multiplicatur  materia
per  dispositioues  approximantes  eam  ad  hane  formam  vel  illam,  et  secundum
  quod  est  magis  remota,  est  etiam  magis  communis  in  potentia
ad  plures  formas;  et  secundum  quod  magis  approximatur,  coarctatur
potentia  ejus  ad  formas  pauciores.  Et  quandoque  non  est  nisi  in  potentia
ad  unam,  sicut  est  semen  hominis  ad  seinen.  L.  c.
3  Vgl.  die  von  Baco  gegebenen  Schemata  dieser  Eintheilungen  in  Commun.
Natur.  I,  pars  2,  dist.  2,  c.  5.
4  Physic.  II,  tract.  2,  c.  1.
            
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