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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 94. Band, (Jahrgang 1879)

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D.  H.  Müller.

Ekliptik,  damit  die  Sonne  jeden  Tag  in  eine  andere  Oeffnung
liineinscheine.  In  Ghaimän  war  auch  der  Begräbnissort  der
Könige  von  Tlirnjar.  As'ad  Tobba'  sagt:
Und  Ghaimän  ist  von  Weingärten  umgeben
und  gewährt  einen  herrlichen  weiten  Ausblick.
Darin  sind  begraben,  die  dahin  gegangen  sind
von  unsern  Ahnen,  darin  werden  auch  wir  begraben  werden.
Wenn  man  unsere  Gräber  durchsucht,
so  findet  man  sie  vollgefüllt  von  Edelsteinen.
Er  sagt  ferner:
Und  wenn  mein  Volk  vernichtet  worden  ist
von  des  Geschickes  Mächten,  so  spottet  nicht;
Denn  der  Tod  ist  des  Menschen  Los,
dann  aber  folgt  die  Auferstehung.
Die  Himjar  erzählen:  Als  der  Tobba'  (As'ad)  seinen  Tod
herannahen  fühlte,  liess  er  seinen  Sohn  Hassan  rufen  und  ernannte ­
  ihn  zu  seinem  Nachfolger.  Der  Tobba'  hatte  eine
weibliche  Ginn,  die  den  Berg  Janür  (den  Leuchtenden)  bewohnte, ­
  der  eine  Stunde  westlich  von  San'ä  liegt,  zwischen
Dhahr  und  San'ä  gegen  die  Rahba  und  die  Pilgerstrasse  hin.
Dieses  Janür  ist  aber  nicht  zu  verwechseln  mit  dem  Janür
im  Lande  der  Sajad,  eines  Stammes  der  Hamdän.  Zu  dieser
Fee  schickte  der  Tobba'  seinen  Sohn  Hassan  und  befahl  ihm,
Einlass  in  den  Berg  zu  begehren,  ihr  zu  sagen,  dass  er  im
Sterben  liege,  genau  auf  das  zu  merken,  was  sie  ihm  sagen  werde
und  ihren  Befehlen  zu  gehorchen.  Er  ging  hin,  hatte  aber  nicht
den  Muth,  die  ungeheuerlichen  Dinge  zu  thun,  die  sie  ihm  auftrug. ­
 1  Al-Hamdani  sagt:  Er  wird  ihm  wohl  befohlen  haben,  in
die  Bergspalte  von  Janür  einzudringen,  das  ist  eine  Höhle,
die  von  Naqabän  bis  nach  Karvva  reicht.  In  dem  untersten
Theil  dieser  Höhle  gegen  Dhahr  hin  fliesst  der  Sprudel  von
Karwa  und  der  von  Naqabän.  Kranke  und  Behexte  baden
daselbst  und  man  glaubt,  dass  die  Dämonen,  die  sich  darin
aufhalten,  den  Badenden  Heilung  bringen.  Derjenige,  der  in
das  Bad  steigt,  nimmt  Weizenbrod,  getrocknete  Feigen  oder

1  Diese  Sage  ist  bei  v.  Krem  er  Siidar.  Sage  S.  86  tf.  ausführlich  mitgetheilt;
  ich  habe  hier  nur  kurz  deren  Inhalt  angegeben,  um  die  geographischen ­
  Bemerkungen  Hamdäni’s  daran  knüpfen  zu  können.
            
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