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D. II. Müller.
von ihrem Ahnherrn Dzü-Jahar 1 ererbt hatten, von dessen Zeiten
her noch die Zimmermanns- und Schreinerarbeiten und Thüren
datirten. Der gepflasterte Fussboden 2 (des Schlosshofes) war
in der Mitte durch das viele Betreten abgetragen, wie ich das
in vielen Schlössern Jemens gesehen habe. Es war bewohnt,
bis es Baräj ibn Mulahiq der Karmate im Jahre 295 d. Fl.
angezündet hat, während sich Abu Nasr nach Sa'da geflüchtet
hatte, wo er verblieb, bis die Macht der Karmaten in San'ä
gebrochen wurde. Der Brand dauerte vier Monate; denn das
Feuer folgte dem Bauholze. Man heisst diesen Ort Hanbas,
weil Hanbas ibn Ja'fur al-Jahäri unter den Mitgliedern der
Familie, die es bewohnten, am berühmtesten war.
Bait-Mahfid.
In der Nähe von Bait-Hanbas sind die Schlösser von Bait-Mahfid,
welche dem Dzü-Mahfid, einem Nachkommen des Dzü
Bu'ain, gehörten. Darin hat Dzü-Chalil 3 regiert, es wurde aber nicht
nach ihm benannt. Die alten Inschriften in dem Schlosse nennen
als den Erbauer den Dzü Mahfid 1 (nicht den Dzü Ru'ain), wie ja
auch die Burg Hanbas nicht den Namen des Dzü Jahar führt.
Hadaqän und Kida'. 5
Es erzählte mir Muhammad ibn Ahmad al-Ausäni, dass
er auf einem Stein in San'a, der dorthin von Hadaqän gebracht
1 Ueber Dzü-Jahar wird in einem andern Zusammenhang ausführlich gehandelt
werden; hier sei nur kurz bemerkt, dass nach Gazirat 145
Hanbas westlich von Wadi Dhahr liegt.
2 Sprenger a. a. 0. übersetzt ,mit Mosaik verziert'; die arabischen Lexica
geben für keine hier passende Bedeutung. Ich glaube, dass es
wie aramäisch Dp]} ,Krümmung' bezeichnet, hier aber von der concaven
Form des Pflasters gesagt wird.
3 Dzü-Chalil ist einer der acht Kurfürsten, vgl. v. Kremer Südarabische
Sage S. 95 und Z. D. M. G. XXIX, 622.
4 Es scheint jedoch, dass das Ganze auf einer falschen Deutung einer Inschrift
beruht, wo es etwa geheissen haben mag pSHÖ I ,er erbaute
die Burg . . .' wie oft in den Inschriften. Die jemenischen Gelehrten,
die sich mit der Entzifferung befassten, übersetzten ,Mahfid hat es erbaut'
und so ist der Dzü-Mahfid entstanden.
5 Hadaqäu heisst ,die Mauerumgebene' von der Wurzel p"in (arab. lVc=») i
Ridä' und ,Mirda'‘ (D1H18 Hai. 596, 5) sind von der Wurzel jm (arab.
0.) abzuleiten, die ,abhalten, zurückweisen' bedeutet. Vgl. Schibäm.