Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 94. Band, (Jahrgang 1879)

362

D.  II.  Müller.

von  ihrem  Ahnherrn  Dzü-Jahar  1  ererbt  hatten,  von  dessen  Zeiten
her  noch  die  Zimmermanns-  und  Schreinerarbeiten  und  Thüren
datirten.  Der  gepflasterte  Fussboden 2  (des  Schlosshofes)  war
in  der  Mitte  durch  das  viele  Betreten  abgetragen,  wie  ich  das
in  vielen  Schlössern  Jemens  gesehen  habe.  Es  war  bewohnt,
bis  es  Baräj  ibn  Mulahiq  der  Karmate  im  Jahre  295  d.  Fl.
angezündet  hat,  während  sich  Abu  Nasr  nach  Sa'da  geflüchtet
hatte,  wo  er  verblieb,  bis  die  Macht  der  Karmaten  in  San'ä
gebrochen  wurde.  Der  Brand  dauerte  vier  Monate;  denn  das
Feuer  folgte  dem  Bauholze.  Man  heisst  diesen  Ort  Hanbas,
weil  Hanbas  ibn  Ja'fur  al-Jahäri  unter  den  Mitgliedern  der
Familie,  die  es  bewohnten,  am  berühmtesten  war.

Bait-Mahfid.

In  der  Nähe  von  Bait-Hanbas  sind  die  Schlösser  von  Bait-Mahfid,
  welche  dem  Dzü-Mahfid,  einem  Nachkommen  des  Dzü
Bu'ain,  gehörten.  Darin  hat  Dzü-Chalil 3  regiert,  es  wurde  aber  nicht
nach  ihm  benannt.  Die  alten  Inschriften  in  dem  Schlosse  nennen
als  den  Erbauer  den  Dzü  Mahfid  1  (nicht  den  Dzü  Ru'ain),  wie  ja
auch  die  Burg  Hanbas  nicht  den  Namen  des  Dzü  Jahar  führt.
Hadaqän  und  Kida'. 5
Es  erzählte  mir  Muhammad  ibn  Ahmad  al-Ausäni,  dass
er  auf  einem  Stein  in  San'a,  der  dorthin  von  Hadaqän  gebracht
1  Ueber  Dzü-Jahar  wird  in  einem  andern  Zusammenhang  ausführlich  gehandelt ­
  werden;  hier  sei  nur  kurz  bemerkt,  dass  nach  Gazirat  145
Hanbas  westlich  von  Wadi  Dhahr  liegt.
2  Sprenger  a.  a.  0.  übersetzt  ,mit  Mosaik  verziert';  die  arabischen  Lexica
geben  für  keine  hier  passende  Bedeutung.  Ich  glaube,  dass  es
wie  aramäisch  Dp]}  ,Krümmung'  bezeichnet,  hier  aber  von  der  concaven
Form  des  Pflasters  gesagt  wird.
3  Dzü-Chalil  ist  einer  der  acht  Kurfürsten,  vgl.  v.  Kremer  Südarabische
Sage  S.  95  und  Z.  D.  M.  G.  XXIX,  622.
4  Es  scheint  jedoch,  dass  das  Ganze  auf  einer  falschen  Deutung  einer  Inschrift ­
  beruht,  wo  es  etwa  geheissen  haben  mag  pSHÖ  I  ,er  erbaute
die  Burg  .  .  .'  wie  oft  in  den  Inschriften.  Die  jemenischen  Gelehrten,
die  sich  mit  der  Entzifferung  befassten,  übersetzten  ,Mahfid  hat  es  erbaut' ­
  und  so  ist  der  Dzü-Mahfid  entstanden.
5  Hadaqäu  heisst  ,die  Mauerumgebene'  von  der  Wurzel  p"in  (arab.  lVc=»)  i
Ridä'  und  ,Mirda'‘  (D1H18  Hai.  596,  5)  sind  von  der  Wurzel  jm  (arab.
0.)  abzuleiten,  die  ,abhalten,  zurückweisen'  bedeutet.  Vgl.  Schibäm.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.