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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 94. Band, (Jahrgang 1879)

Die  Burgen  und  Schlösser  Siidarahiens  nach  dem  Iklil  des  Hamdäni.

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Sorten  von  Trauben  und  alle  andern  Obstarten  in  vorzüglicher
Qualität  hervorbringt.  Die  Vertheilung  des  Wassers  wird  von
dem  Däil  1  besorgt,  der  es  zu  gewissen  Stunden  auf  bestimmte
Felder  der  Reihe  nach  leitet,  so  dass  der  Landesfürst  nicht
vor  dem  geringsten  seiner  Unterthanen  bevorzugt  wird.  Wenn
Jemand  aus  dem  Gefolge  des  Fürsten  den  Bewässerungsstrom ­
  in  den  Weingarten  des  Fürsten  leitet  ohne  Wissen  des
Dä'il,  wird  die  ganze  Anpflanzung  zerstört  und  selbst  der
Landesfürst  kann  dem  Bewässerungsstrom  keine  andere  Richtung ­
  geben.  Ja  wenn  ein  Feld  gar  nicht  bestellt  und  der
Eigenthümer  verreist  ist,  wird  ihm  das  Wasser,  wenn  es  an
die  Reihe  kommt,  nichtsdestoweniger  zugeführt.  Die  Vertheilung
des  Wassers  geht  aber  in  der  Weise  vor  sich,  dass  zuerst  die
niedriggelegenen,  dann  die  höher  gelegenen  Stellen  bewässert
werden. 2  In  alter  Zeit  war  der  Bewäs'serungsstrom  doppelt  so
gross  als  heut  zu  Tage,  derselbe  hat  aber,  wie  einige  behaupten
durch  ein  Erdbeben  stark  abgenommen.  Das  Wasser  ist  vom
Berge  Hadhür 3  hergeleitet  worden  und  der  Ausfluss  desselben
(in  das  Wadi  Dhahr)  war  am  untern  Rai'än  und  dem  obern
Dhahr.  Muhammad  ibn  Ahmad  al-Ausäni  aber  schreibt  die
Abnahme  des  Wassers  dem  Verfalle  des  Dammreservoirs  von
Rai'än  zu,  das  unter  Aufsicht  der  Banü  Ma’dzan 1  stand.  Nach-1
  In  den  Inschriften  heisst  der  Beamte,  der  die  Wasservertheilung  zu  organisiren
  hatte  32111  I  JVpD  I  “133  (Hai.  151,  8)  ,der  Oberaulseher  der  jährlichen ­
  Wasservertheilung 1 .
2  Mein  Freund  Prof.  D.  Kaufmann  macht  mich  auf  die  Controverse  im
babylonischen  Talmud  Gittin  fol.  60 b  aufmerksam,  wo  ßab  die  Ansicht
vertritt:  82113  8'3  Ifl®  ’8nri  ,die  niedriger  gelegenen  Felder  werden
zuerst  bewässert 1 .  Vgl.  dagegen  über  das  Stromrecht  bei  den  Arabern:  von
Kremer,  Culturgeschichte  des  Orients,  Seite  445.
3  Damit  ist  Hadhür-Bani-Azd  gemeint,  das  neben  Schibäm  und  Muda'  die
Wasserscheide  bildet.  Ä
4  Der  District  der  Ma’dzan  Lc  _»  V  lag  westlich  von  San'ä  und
umfasste  die  Wadi  Dhahr,  Dhila'  und  Rai'än  (Gazirat.  187  m.,  188  u.,  196  m.).
Die  Banü  Ma’dzan  bewohnten  schon  in  sehr  alter  Zeit  diese  Gegend;  denn
in  den  Inschriften  ist  von  einem  .Rabib  aus  dem  Stamme  Ma’dzan 1  die  Rede
(|'31831  I  B23l)>  der  beim  König  Ta’lab  Rijäm  in  hohem  Ansehen  stand.
(Prideaux  II,  Z.  D.  M.  G.  XXX,  30)  und  in  einer  von  Hamdäni  überlieferten ­
  Musnadinschrift  heisst  es:  311311  33,111  !  b.18  I  3318311  3'13  I  }3
,Von  Kuraib  dzü-Ma’dzan  (und)  dem  Volke  des  Küstenstrichs  und  des
Hochgebirges 1  (Vgl.  meine  Südar.  Stud.  31  und  57).
            
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