Die Burgen und Schlösser Siidarahiens nach dem Iklil des Hamdäni.
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Sorten von Trauben und alle andern Obstarten in vorzüglicher
Qualität hervorbringt. Die Vertheilung des Wassers wird von
dem Däil 1 besorgt, der es zu gewissen Stunden auf bestimmte
Felder der Reihe nach leitet, so dass der Landesfürst nicht
vor dem geringsten seiner Unterthanen bevorzugt wird. Wenn
Jemand aus dem Gefolge des Fürsten den Bewässerungsstrom
in den Weingarten des Fürsten leitet ohne Wissen des
Dä'il, wird die ganze Anpflanzung zerstört und selbst der
Landesfürst kann dem Bewässerungsstrom keine andere Richtung
geben. Ja wenn ein Feld gar nicht bestellt und der
Eigenthümer verreist ist, wird ihm das Wasser, wenn es an
die Reihe kommt, nichtsdestoweniger zugeführt. Die Vertheilung
des Wassers geht aber in der Weise vor sich, dass zuerst die
niedriggelegenen, dann die höher gelegenen Stellen bewässert
werden. 2 In alter Zeit war der Bewäs'serungsstrom doppelt so
gross als heut zu Tage, derselbe hat aber, wie einige behaupten
durch ein Erdbeben stark abgenommen. Das Wasser ist vom
Berge Hadhür 3 hergeleitet worden und der Ausfluss desselben
(in das Wadi Dhahr) war am untern Rai'än und dem obern
Dhahr. Muhammad ibn Ahmad al-Ausäni aber schreibt die
Abnahme des Wassers dem Verfalle des Dammreservoirs von
Rai'än zu, das unter Aufsicht der Banü Ma’dzan 1 stand. Nach-1
In den Inschriften heisst der Beamte, der die Wasservertheilung zu organisiren
hatte 32111 I JVpD I “133 (Hai. 151, 8) ,der Oberaulseher der jährlichen
Wasservertheilung 1 .
2 Mein Freund Prof. D. Kaufmann macht mich auf die Controverse im
babylonischen Talmud Gittin fol. 60 b aufmerksam, wo ßab die Ansicht
vertritt: 82113 8'3 Ifl® ’8nri ,die niedriger gelegenen Felder werden
zuerst bewässert 1 . Vgl. dagegen über das Stromrecht bei den Arabern: von
Kremer, Culturgeschichte des Orients, Seite 445.
3 Damit ist Hadhür-Bani-Azd gemeint, das neben Schibäm und Muda' die
Wasserscheide bildet. Ä
4 Der District der Ma’dzan Lc _» V lag westlich von San'ä und
umfasste die Wadi Dhahr, Dhila' und Rai'än (Gazirat. 187 m., 188 u., 196 m.).
Die Banü Ma’dzan bewohnten schon in sehr alter Zeit diese Gegend; denn
in den Inschriften ist von einem .Rabib aus dem Stamme Ma’dzan 1 die Rede
(|'31831 I B23l)> der beim König Ta’lab Rijäm in hohem Ansehen stand.
(Prideaux II, Z. D. M. G. XXX, 30) und in einer von Hamdäni überlieferten
Musnadinschrift heisst es: 311311 33,111 ! b.18 I 3318311 3'13 I }3
,Von Kuraib dzü-Ma’dzan (und) dem Volke des Küstenstrichs und des
Hochgebirges 1 (Vgl. meine Südar. Stud. 31 und 57).