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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 94. Band, (Jahrgang 1879)

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D.  H.  Müller.

legen  lässt. 1  heisst  aber  auch  ,das  Holz,  welches  in  das
Maul  des  jungen  Lammes  gelegt  wird,  damit  es  nicht  saugen
könne',  ferner  ,der  Faden,  womit  der  Schleier  der  Frauen  zugebunden ­
  wird'.  Wir  können  also  für  ,schabama'  trans.  die
Bedeutung  ,binden,  zusammenziehen  und  abhalten'  annehmen,
die  für  die  Benennung  der  Burgen  sehr  wohl  passt. 2  Merkwürdiger ­
  Weise  stimmt  damit  die  Ueberlieferung  Hamdani’s,
9  Os
dass  der  alte  Name  von  Schibäm  war,  sehr  gut  zusammen ­
  ;  denn  das  hebr.  iran,  arab.  haben  ganz  dieselbe
Bedeutung,  wie  wir  sie  für  ,sabama‘  constatiren  konnten.
Dhalir. 3
Dhahr  ist  eine  Landschaft,  die  ein  Wadi  und  eine
Festung  enthält,  und  alles  dieses  wird  nach  Dhahr  ibn  Sa'd
[ihn  'Oraina  ibn  Dzü-Jaqdum  | 4  benannt.  Sie  liegt  zwei  Stunden
oder  weniger  (westlich)  von  San'a 5  und  ein  Bach  bewässert
beide  Gelände  des  Wadi,  welches  etwa  zwanzig  verschiedene
1  Vgl.  z.  B.  Hamäsa  363  und  610  und  Näbigha  23,  10.
2  Die  Bedeutung  ,kalt  sein,  gefrieren 1  für  das  intransitive  |V^Xu  lässt  sich
auf  ,zusammenziehen 1  sehr  leicht  zuriiekführen.  Ein  ähnlicher  Bedeutungsübergang ­
  liegt  in  BHp  (jyjji  ,gerinnen,  zusammenziehen, ­
  gefrieren,  Frost 1  vor.
3  Diese  Beschreibung  von  Dhahr  hat  zum  grossen  Theile  Sprenger  in
seiner  alten  Geographie  Arabiens  295  mitgetheilt;  ich  behalte  seine  Uebersetzung
  mit  geringen  Aenderungen  bei.
4  Ergänzt  nach  Bekri  624.
5  Auf  der  Karte  von  Iialevy  ist  Dhahr  viel  zu  entfernt  von  San'ä  gezeichnet; ­
  jedenfalls  liegt  Dhahr  östlich  von  Schibäm-Kaukabän,  welches
die  Wasserscheide  bildet.  Safir  beschreibt  fol.  75  eine  Stadt  al-Gebel,
die  der  Lage  wie  der  Schilderung  nach  nur  in  Wadi  Dhahr  liegen  kann.
,Diese  Stadt  —  heisst  es  daselbst  —  liegt  etwa  vier  Stunden  Weges  zu
Fuss  nord-(östlieh)  von  San'ä  auf  einem  fetten  Erdreich,  das  von  Saaten,
Weingärten,  Obstbäumen  und  allen  Arten  von  Gemüse  bedeckt  ist.
Allwärts  im  Thale  und  auf  den  Hügeln  sind  Wasserquellen  und  ein
frischer  Luftzug  weht  von  den  Höhen.  Auf  den  Bergen  sind  Ruinen
von  alten  festen  Burgen,  welche  die  Türken  vor  400  Jahren  besetzt
hatten.  Wenn  man  auf  den  steinigen  Bergpfaden  zwischen  den  Weingärten ­
  einhergeht,  glaubt  man  in  Hebron  zu  sein,  so  ähnlich  sieht  die
Landschaft  der  Stadt  des  Freundes  Gottes  (Abraham). 1
            
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