l)ie Burgen und Schlosser Südarabiens nach dem Ilrlil des Hamdam.
351
sich dort nieder. Sie wählten einen König aus ihrer Mitte,
bauten die feste Burg auf dem Berge Nuqum und bildeten
dort ein mächtiges Reich.'
Scliibäm - Jasclium.
Zu den Burgen Jemens gehört auch Schibäm - Jasclium
(sprich: Jas-chum), der Stammsitz des Dzu- r- Rumhain. Es
wohnten daselbst die Suchaimier, die von Jaschum ibn Bidä'
ibn Dzü-Chaulan abstammen. Andere behaupten, dass die
Nachkommen des Murr ibn ‘Amir darin wohnen, was aber
nicht richtig ist; denn diese letztem stammen von al-Kalä'
ab. In Schibäm sind alte Baudenkmäler und grosse Schlösser.
Von diesem Schibäm, das etwa einen halben Tag von San'ä
entfernt ist, 1 wird das Silber nach San'ä gebracht. 2 In der
Nähe desselben liegt auch Ruhäba, in welchem alterthümliche,
mächtige Bauten sind. Schibäm wird von dem Berge des Dzu
Marmar überragt, auf dem auch das Castell liegt. 3
1 Nach Jacut III. 249, Z. 13 — 14 liegt es nordöstlich von San'ä in einer
Entfernung von etwa drei Farasangen.
2 Soll das heissen, dass dort Silberininen sind? Wir wissen sonst nur,
dass dort Onyx gefunden wird (Sprenger, Alte Geographie Arabiens 60).
3 Ueher Schibäm-Sucliaim und Dzü Marmar ist auch Rutgers Historia
Jemanae zu vergleichen. Von ersterem heisst es daselbst S. 64: Erat
autem sita prope Schibämum Sohaimi, antiquam Himjaritarum urbem, in
qua tune adhuc multa antiquitatis superabant monumenta, quae tarnen
per Giräsi exstructionem magnam partem sunt destructa. Die Ueberreste
der alten Ilimjarenstadt waren also noch zu Ende des sechszehnten
Jahrhundert vorhanden. Was aber die Lesung Dzu Marmar betrifft, so
steht Hamdäni darin vereinzelt da; denn Jacut kennt nur eine Burg Dzaraarmar
in der Nähe von San'ä und bei Rutgers S. 210 heisst es: Dzamarmar
(yayAÖj castellum munitissimum, quod nunquatn vi expugnari
potuit et bis tantum captum fuit per fameni, primum a Modhaftäro
Gassanida medio seculo septimo aerae Arabum, dein a Pascha Hasano.
Situm illund erat in monte excelso et praerupto ejusque aditus dificillimus
erat; non longe distabat a San'a ut patet ex Cod. n. p. 82 in qua
dicitur fuisse I « I In einer Inschrift von
Prideaux (Vgl. Z. D. M. G. XXX, 28) wird eine Veste Dzamarmar oder
Dzu Marmar (“IÖ1ÖT ! py) erwähnt. Es sprechen noch andere Iudicien dafür
dass diese Inschrift in der Nähe von San'ä gefunden worden ist, so dass
man die Identität dieser Burg mit ziemlicher Sicherheit annehmen kann.