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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 94. Band, (Jahrgang 1879)

Die  Burgen  und  Schlösser  Südarabiens  nach  dem  Iklil  des  Hamdäni.

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Als  er  Jemen  durchstreifte,  fand  er  in  dem  Gefilde  von  San'a
nach  langer  Wanderung  das  vortrefflichste  Wasser.  Da  legte
er  das  Baumass  an  und  baute,  nachdem  er  die  Schnur  an  der
Stelle  des  Fundamentes  gespannt  hatte,  in  der  Gegend  der  Bergschlucht ­
  von  Ghomdän  westlich  vom  Haql-San'a  die  Winkelsäule ­
  (tibr),  die  noch  jetzt  in  San'a  bekannt  ist.  Nachdem  der
Bau  aufgeführt  war,  sandte  Gott  einen  Vogel,  der  die  Schnur
fasste  und  mit  ihr  davon  flog.  Sem  folgte  ihm,  um  zu  sehen,
wo  er  sich  niederlassen  werde.  Der  Vogel  blieb  stehen  auf  dem
harten  Boden  von  Na'im  auf  dem  Abhange  des  Berges  Nuqum.
Nachdem  ihm  Sem  dorthin  gefolgt  war,  flog  er  weiter  und  Hess
den  Faden  erst  auf  dem  Felde  von  Ghomdän  fallen,  wo  er  liegen
blieb.  Sem  wusste,  dass  ihm  befohlen  werde,  hier  eine  Burg  zu
gründen,  und  er  gründete  Ghomdän  und  grub  die  Cisterne,
die  Kiräma  genannt  wird  und  heute  noch  besteht,  aber  etwas
salzhaltig  ist.
Es  sagen  die  Astronomen  von  Jemen  nach  einer  alten
Ueberlieferung,  dass  in  der  Stunde  der  Gründung  von  San'a
am  östlichen  Horizont  das  Sternbild  des  Stieres  sichtbar  war
und  darin  die  Planeten  Venus  und  Mars.  Die  Natur  dieser
Himmelskörper  zeigt  sich  in  der  Dauerhaftigkeit  der  Verhältnisse ­
  in  San'a  und  in  dem  geringen  Grade  der  Veränderlichkeit. ­

Die  Beständigkeit  dieser  Gründung  zeigt  sich  darin,  dass
sie  viertausend  Jahre  unter  verschiedenen  Königen  und  unter
stetiger  Zunahme  überdauerte,  und  selbst  nach  der  Zerstörung
sind  von  einer  seiner  Mauern  Trümmer  gegenüber  den  Thoren
der  grossen  Moschee  von  San'ä  geblieben.  San'a  aber  vergrösserte
  sich  unter  der  Herrschaft  des  Isläm  bis  zum  Jahre
zweihundert  einige  und  neunzig  der  Higra,  wo  es  (von  den
Karmäten)  zerstört  wurde.  Es  erholte  sich  aber  bald  und  hat
schon  jetzt  fast  die  frühere  Grösse  erlangt  und  wird  immer
grösser.  Die  Gelehrten  von  §an'ä  glauben,  dass  es  nach  jeder
Zerstörung  wieder  bebaut  werden  muss  und  dass  es  den  Raum
zwischen  den  beiden  Bergen  (Nuqum  und  'Aibän)  ausfüllen  und
der  Marktplatz  mitten  in  das  Thal  verlegt  werden  wird.
Es  erzählte  mir  Muhammad  ibn  Ahmad  al-Qahbi,  der
Makler,  dem  es  Ibrahim  ibn  Ismä'il  al-Qahbi  erzählt  hat:
Ich  war  in  Basra  vor  dem  Jahre  fünfzig  (er  meinte:  zwei-
            
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