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ß. H. Müller.
eines alten Culturstaates bergen. Es werden sich noch muthige
Männer finden, die sich in den Dienst der Wissenschaft stellen
und die Erforschung des Landes, wie die Sammlung der Inschriften
unternehmen werden. Man darf nicht lange säumen,
denn die alten Denkmäler werden immer seltener und sind
allen Arten der Zerstörung ausgesetzt. Wirkliche Verdienste >
um die Erforschung des alten Sabäerreiches und um die
Sammlung der Inschriften haben sich nur die Franzosen erworben;
in zweiter Reihe durch Ankauf von Inschriften die
Engländer. Es ist Zeit, dass auch von anderer Seite nach
dieser Richtung hin etwas geschehe!
Gkomdäii und San'ä.
Die älteste, merkwürdigste und berühmteste Burg ist
Ghomdän, die Burg von Azäl, das später San'ä heisst. Ein
Dichter zu Ende der Heidenzeit erwähnt es unter diesem
Namen. Es sagt ’Omajja ibn Abi-as-Salt:
Wir führten den Ruhmespreis — es bergen ihn unsere Reitthiere —
auf Schaaren von Kameelen und Kameelinnen,
Die mit uns hineilen zu dem Sohne des Dzü-Jazan,
mit ihren Leibern die Hauptstrasse durchschneidend.
Von Lagerplatz zu Lagerplatz einherstiirmend, laufen sie um die Wette
nach San'ä hin aus tiefer Thalschlucht.
Und nachdem sie in San'ä angelangt, waren sie
im Wohnsitze der Herrschaft und des angestammten Adels.
'Amr ibn an-No'män ibn 'Ofair ibn Zor'a ibn Dzü-Jazan
sagt in der Zeit des Heidenthums:
Und wir führten hin nach San'ä der Hügelstadt
ihren Fürsten auf schnellfüssigen Kameelen.
Der Gründer von Ghomdän ist Sem, der Sohn des Noah.
Er hat den Bau begonnen und den Brunnen gegraben, der
jetzt noch bei der Moschee von San'ä als Trinkbrunnen dient. ,
Nach dem Tode des Noah war der bewohnte Theil des nördlichen
Erdstriches öde geworden und Sem zog nach Süden, die Länder
durchsuchend, bis er in das erste Klima kam und dort Jemen
als besonders für Wohnsitze der Menschen geeignet fand.