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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 94. Band, (Jahrgang 1879)

Beiträge  zur  Literatur  der  deutschen  Mystiker.  II.

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vnsir  frögen.  Man  spricht  von  einem  vngebornen  wesin  vnd
von  einem  gebornen.  Seht,  also  enist  is  nicht  lauten  tzwei
vnd  enist  dach  nicht  wenn  eines,  vnd  ist  das  vngeborne  wesin
das  dö  dreyer  wesin  ist  in  der  dreyfaldikeit.  dö  der  vatir  den
son  geberit  persönlichen  vnd  wesinlichen,  do  gibt  denn  der
vatir  seynem  sone  eine  andir  persöne  wenn  seynes  (451°)  selbis,
her  gibt  im  aber  nicht  eine  andir  natu  re  wenn  seyn  selbis.
Sehet,  also  volgit  mite  das  vngeborne  wesin  des  vatirs  der
gebornen  persönen  an  der  berendin  persönen  des  vatirs.  Senth
Dyonisius  spricht:  ,der  vatir  ist  ein  begynne  der  gotheiff  nicht
also  das  der  vatir  kein  begynne  habe  seynes  öwigen  wesins
an  seyner  eigen  persönen.  mer,  do  der  vater  ewiclichen  beginnet ­
  seynes  sones  in  einer  gebort,  vnde  im  seyne  nätüre  gemeinet,
  Do  ist  der  vatir  ein  begynne  der  gotheit  an  der  persönlicheit
  des  sones  vnd  an  der  gemeinunge  des  wesins,  das
der  vatir  an  im  beslossen  hot  zumöle  seliklichen.  Hir  umb  ist
her  zvmöle  selig,  von  der  eynbesliesunge  ist  der  vatir  alvormögende,
  vnd  allis  das  her  vormag,  das  vormag  her  von  der
vormogenheit  seynes  natürlichen  wesins,  vnd  dor  vmb  gehöret
im  eigintlich  selikeit  alleine  zu,  vnd  allis  das,  das  so  selig  ist,
das  ist  von  im  selig,  also  ist  es  ouch  vmb  den  son  der  seyne
nätüre  zu  möge  möle  enpfan  (451 a )  gen  hot.  Ein  meistir  spricht:
,das  werk  das  got  wirket  in  seyner  blösen  ledigen  seien,  das
ist  edler  wenn  alle  die  werk,  die  got  y  geworchte  in  der  tzeyt,
in  hymmel  vnd  in  erdin.  Eyä,  das  rnerkit,  wie  man  das  vorstehen ­
  mag.  Die  werk,  die  got  geworcht  höt  an  den  engiln
im  hymmelreyche,  die  sint,  von  einer  vormogenheit  der  gewalt
gotis,  dö  her  sie  schuff  von  nichte  vnd  gab  en  freyen  willen,
an  den  werken  hatte  her  nu  kein  hindernisse.  also  geschach
is  ouch  an  der  sele,  dö  her  sie  geschuff  von  nichte  vnd  gab
ir  freyen  willen,  das  got  mer  nyrkein  werk  wirken  wolde  an
leutin  an  iren  freyen  willen,  wenn  die  sele  gelegit  vnd  enplösit
  ist  alle  des  gutis  vnd  des  liebisten  willen,  der  an  ir
hindern  mag  vnd  sich  mit  freyheit  keret  off  den  edlen  freyen
willen  den  si  enpfangen  hette,  das  got  also  freylich  wirken  mag
an  ir,  also  her  alle  ding  von  nichte  geschuff.  dis  werk  beheldit
tzwei  punkt  vor  allen  werken  vnde  (452 a )  dor  umb  ist  das  das
edilste  vor  allen  werkin.  Das  eine  ist,  das  der  freye  wille
kein  hindernisse  gote  nicht  enist,  der  dach  wedir  den  freyen
            
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