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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 94. Band, (Jahrgang 1879)

Seltsamkeiten  aus  den  Zeiten  der  Thang.

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wählt  sie  diesen  Anzug?  —  Es  war  nahezu  Ungeheuerlichkeit
der  Kleidung.
^  Tsch’ang-yi-tschi,  der  begünstigte  Diener
der  Kaiserin  von  dem  Geschlechte  Wu,  liess  für  seine  Mutter
^  Tsang  das  Zelt  der  sieben  Kostbarkeiten  verfertigen.  Es
waren  darin  die  Gestalten  von  Fischen,  Drachen,  Göttervögeln
und  Paradiesvögeln.  Auf  diese  Weise  bildete  man  ein  Bett  von
Elfenbein  und  eine  Matte  von  Nashorn.
Die  Kaisertochter  von  7^  ^  Ngan-lö  liess  durch
Schang-fang  die  Federn  von  hundert  Vögeln  vereinigen  und
daraus  zwei  Unterröcke  weben.  Wenn  man  diese  gerade  ansah,
waren  sie  von  Einer  Farbe.  Wenn  man  sie  von  der  Seite  ansah,
waren  sie  von  Einer  Farbe.  In  der  Sonne  waren  sie  von  Einer
Farbe.  Im  Schatten  waren  sie  von  Einer  Farbe.  Die  Gestalten
der  hundert  Vögel  waren  jedoch  sichtbar.  Sie  schenkte  einen
der  Kaiserin  von  dem  Geschlechte  ^  Wei.
Diö  Kaisertochter  liess  ferner  aus  den  Haaren  von  hundert
vierfüssigen  Thieren  die  Fläche  einer  Pferdedecke  verfertigen.
Die  Kaiserin  Wei  sammelte  Vogelfedern  und  verfertigte  eine
solche.  Bei  beiden  war  die  Gestalt  der  Vögel  und  vierfüssigen
Thiere  vorhanden.  Die  Kosten  des  Werkes  betrugen  zehnmal
zehntausend  Kupferstücke.
Als  die  Kaisertochter  ausgetreten  und  nach  Yl-tscheu
herabgekommen  war,  machte  sie  einen  Käfigunterrock  von  einfachen ­
  Seidenfäden  und  azurblauem  Flor  zum  Geschenke.  Aus
gesponnenem  Golde  waren  Blumen  und  Vögel  gebildet.  Sie
waren  dünn  wie  Seidenfäden  und  Haare  des  Hauptes,  dick
wie  Weizenkörner.  Augen,  Nase,  Schnabel,  Sporen  waren  überall
vorhanden.  Erst  wenn  man  es  mit  hellem  Auge  betrachtete,
sah  man  es.  Dieses  alles  war  Ungeheuerlichkeit  der  Kleidung.
Seit  man  Unterröcke  aus  Federn  verfertigte,  ahmten  die
vornehmen  Diener  und  die  reichen  Häuser  dieses  häufig  nach.
Die  Haare  und  Federn  der  wunderbaren  Vögel  und  seltsamen
vierfüssigen  Thiere  des  Stromes  und  der  südlichen  Berghöhen
wurden  beinahe  gänzlich  zusammcngelesen.
Die  jüngere  Schwester  der  Kaiserin  von  dem  Geschlechte
Wei  verfertigte  einst  Polster  des  Leopardenhauptes,  um  unrechten
  Dingen  aus  dem  Wege  zu  gehen.  Sie  verfertigte  Polster
des  weissen  Sumpfes,  um  alten  Dämonen  aus  dem  Wege  zu
            
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