Mittbeilungen aus altdeutschen Handschriften. II.
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alle di liüt di sich in dirre werld bewellen mit manichyalten
sunden. Want als der miselsuhtige rnensch Bescheiden wirt in
dirre werld von andern liiiten, also wirt diu suntige sele daz
jener werld gescheiden von allen guten seien und von den
himelischen gnaden. Daz unser herre di miselsuhtigen sant, 5
daz si sih zeigten ir ewarten, da mit hat er nu bediütet, swa
ir bewollen sit mit delieiner slaht sunden, daz diu oberst miselsüht
ist, daz ir chomen schult zu iuwerm ewarten und daz
ir iuch dem zeiget in iuwer heimelich bilite und nah sinem
rate iwer sunde an wert und gereingt wert von der miselsuht 10
mit wareru antlazze daz got selbe ist. des helf.
Dom. XV.
Nemo potest duobus dominis servire. Unser herre, der
almehtiggot, sseit uns hiut an dem heiligen ewangelio daz
niman zwein herren zedanch gedienen muge, er müze antwederm 15
übersehen an sinem dienste. Ir muget got niht gedinen und
der werld und dem leidigen veint. Dise rede schult ir merchen.
Mine vil lieben, ir schult got gerner dinen denne dem tivel.
Wand ir zwaier dinest und ir zwaier Ion ist ungelich. Des
leidigen viendes dinste ist hur und uberhur, manslaht, untriwe 20
und elliu bosheit. Sin Ion ist pech und swebel und fiver und
manich ungenade. Da von scholt ir got biten daz er iuch beware
upd schult iuch setzen in daz dinest des almehtigen gotes.
Des almehtigen gotes dinst ist triwe und warheit und chusch
leben und diu cristenlieh minne und aller slaht gutet. Sin Ion 25
ist diu himelisch gnade und der ewige lip. (74 b ) Dar nah
schult ir ze allen ziten werven mit allem vlizze, mit vasten
und mit wachen, mit almüsen und mit gebet. So ir von dirre
werld scheidet, daz ir denne enphahen müzzet daz Ion des
ewigen libes. Amen. 30
Dom. XVI.
Ibat Jesus in civitatem quae vocatur Naym. Wir lesen
hiut an dem heiligen ewangelio daz unser herre chome in ein
5 himelichen — Das 10 misesuht 16 sine 18 lieben Ir 25 vn de div,
de durchstrichen 26 ldmelisch, s übergeschrieben 31 Diese Predigt ist
nicht gezählt worden, wesshalb von hier ab die Sonntagsziffern immer
um eins niedriger sind, als sie sein sollten. Ich habe das liichtige eingesetzt
und gebe die Abweichung nicht mehr besonders an.
Sitzuugaber. d. pliil.-liist. CI. XCIV. Bd. I. llft. 14